Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.07.2018


Innsbruck

30er im Innsbrucker Stadtgebiet steht zur Diskussion

Innsbruck überlegt, wie der Lärm reduziert werden kann. Mögliche Maßnahmen: nächtliches Mopedfahrverbot und Tempo 30.

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Von Denise Daum

Innsbruck — Ausgehend von der Europäischen Umgebungslärmrichtlinie sind Bund, Länder und Städte aufgerufen, Vorschläge zur Lärmreduktion auszuarbeiten. Die Stadt Innsbruck ist dem nachgekommen und hat nun in einer schriftlichen Stellungnahme an das Land Tirol vier mögliche Maßnahmen angeführt, die gegen Lärm wirksam wären: ein Fahrverbot für Mopeds und Motorräder von 22 bis 6 Uhr, die Begrünung von Fassaden, das Aufbringen von lärmreduzierendem Asphalt (nur dort, wo ohnehin neu asphaltiert werden muss) sowie eine 30-km/h-Beschränkung im Stadtgebiet — ausgenommen Durchzugsstraßen.

Die zuständige Stadträtin Uschi Schwarzl von den Grünen erklärt, dass dies lediglich eine Auflistung von Möglichkeiten sei und als Diskussionsgrundlage diene. „Wie wir aus Lärmstudien wissen, ist der Straßenverkehrslärm jener Lärm, der als am belastendsten empfunden wird. Wir müssen uns also überlegen, wie wir das in den Griff bekommen", erklärt Schwarzl. Die angedachten Maßnahmen wurden nun den Mitgliedern des Umwelt- und Mobilitätsausschusses zur Kenntnis gebracht. Abgestimmt werden musste darüber nicht.

Ausschussobfrau Mariella Lutz (ÖVP) schickt voraus, dass ihre Fraktion natürlich gewillt sei, den Lärm zu reduzieren. Während sie Fassadenbegrünungen und ein nächtliches Fahrverbot für Mopeds, nicht jedoch für Motorräder, als „problemlos" bezeichnet, gibt es beim 30er schon mehrere Fragezeichen. „Wir müssen zuerst einmal wissen, welche Straßen das dann betreffen würde", sagt Lutz. Eines könne sie aber jetzt schon sagen: Eine 30-km/h-Beschränkung für die gesamte Stadt gebe es mit der ÖVP sicher nicht.

Völlig ausgeschlossen ist ein 30er für FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel: „Dann steht endgültig alles still. Da geht die FPÖ sicher nicht mit." Und zum Anbringen von Flüsterasphalt meint Federspiel, dass das nur dann in Frage komme, wenn Bund oder Land das Ganze auch bezahlen. „Wir in der Stadt haben ja kein Geld mehr."