Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


Bezirk Imst

Windmessung für geplanten Fernpasstunnel

© PaschingerNach den Erkundungsbohrungen geht es am Fernpass mit der Messung der Windsituation im geplanten Portalbereich weiter.



Ein gut sechs Meter hoher Mast in der Spitzkehre des Fernpasses auf Nassereither Seite zieht seit wenigen Tagen die Aufmerksamkeit von Autofahrern auf sich. Antenne ist es keine, wohl aber eine kleine Wetterstation mit einem Windrad auf der Spitze. Unschwer ist der Zusammenhang der Installation mit dem geplanten Fernpassscheiteltunnel zu erahnen. Das bestätigt auch Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Verkehr und Straße im Amt der Tiroler Landesregierung: „Wir messen exakt ein Jahr die Windsituation im Portalbereich", sagt er auf Anfrage der TT, „dies dient als Grundlage für die Bemessung der Lüftung." Und zwar für einen rund 1300 Meter langen geplanten Tunnel.

„Die geologischen Vorerkundungen sind so weit abgeschlossen", erklärt Molzer. Diese deuten darauf hin, dass der Fernpassscheiteltunnel aufgrund des angetroffenen Dolomit-Festgesteins machbar sei. Die Erkundungsbohrungen wurden zu Grundwassermessstellen ausgebaut, antwortete der zuständige LHStv. Josef Geisler außerdem auf eine Anfrage der FPÖ, und die Pegel würden im Sinne der wasserwirtschaftlichen Beweissicherung gemessen. Insgesamt hatten diese Probebohrungen 660.000 Euro gekostet. Der Tunnel selbst wird von Geisler nach wie vor mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt.

Im Papier der Fernpassstrategie wurde der Scheiteltunnel noch als Projekt mit zwei aneinandergereihten Tunneln angegeben: 500 bzw. 1000 Meter lang. „Inzwischen sind wir auf einen einzigen Tunnel zurückgegangen", so Molzer. Das von LH Günther Platter forcierte Bauwerk soll die Fahrt über den Fernpass um 3,5 Kilometer abkürzen und die steilen Passagen umfahren. Kritiker befürchten damit den Fall des geltenden 7,5-Tonnen-Limits. (pascal)