Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Bezirk Kufstein

Großbaustelle in Kundl führt zu Kritik an Verkehrsführung

Kundler Verkehrsteilnehmer hadern mit der Sperre der Dorfstraße, andere Bewohner mit der Aufhebung eines Teils der Wohnstraße.

© Haun Da kommt kein Pkw mehr durch – die Dorfstraße in Kundl ist derzeit ein Baustellenlager.Foto: Haun



Kundl – Bis zur ersten Septemberwoche heißt es für die Kundler, einen Umweg bei der Fahrt durch das Dorf auf sich zu nehmen. Grund dafür ist der Neubau des Gebäudes, in dem die Raiffeisenbank untergebracht ist. Mitte 2019 soll das neue Haus samt eines attraktiven Vorplatzes stehen. Für die Bauarbeiten wurde das Dorfzentrum gesperrt. Frühestens am 7. September ist es wieder befahrbar.

Die Aussicht auf die Aufwertung des Dorfzentrums kann aber nicht die um sich greifende Kritik an der langen Dauer der Sperre bremsen. Jetzt wurde sogar die Wohnstraße in der Siglgasse teilweise aufgehoben. „Der obere Teil ist bis auf Weiteres zur Umfahrung der Dorfstraße für den Fahrzeugverkehr zugelassen. Bitte beachten Sie für den unteren Teil der Siglgasse dennoch die Bestimmungen, die für eine Wohnstraße gelten“, wird auf der Gemeinde-Homepage verkündet.

Die Bewohner haben mit der Situation wenig Freude. „Seit die Wohnstraße aufgehoben worden ist, gibt es schon viel mehr Verkehrsaufkommen in unserer Straße und auch Lkw und Busse fahren derzeit durch“, beschwert sich einer der Anrainer. Bürgermeister Anton Hoflacher: „Die Sperre der Dorfstraße ist notwendig. Die Raiffeisenbank baut eine große Tiefgarage bis hin zum öffentlichen Gut, aber mit Schulanfang sollte die Sache erledigt sein.“ Was nun die Wohnstraße anbelangt, „hat sich die Polizei gewünscht, dass sie aufgehoben wird“, sagt der Gemeindechef. Hintergrund sei, dass viele Autofahrer die parallel zur Dorfstraße verlaufende Wohnstraße illegal als Ausweichroute benützt hätten. Die Beschwerden der Anrainer waren entsprechend groß. „Ich habe das nur ungern gemacht“, räumt der Bürgermeister ein. Übrigens liegt eine derartige Aufhebung in seiner eigenen Kompetenz.

Die Raika ist nicht das einzige große Bauprojekt heuer im Kundler Dorfzentrum. Ungefähr ab Mitte August wird auf dem Schulsportplatz mit der Errichtung der neuen Volksschule begonnen, die im Herbst 2020 bezugsfertig sein soll. Während der Bauarbeiten wird der Schulbetrieb noch im über 60 Jahre alten Gebäude aufrecht erhalten. Nach dem Abriss des alten Schulhauses wird zwischen dem Haus der Musik und der Neuen Mittelschule ein kleiner Verbindungstrakt errichtet, in welchem zwei zusätzliche Räume für die Musikschule genützt werden können. (wo, fh)




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