Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.08.2018


Verkehr

Gemeinde St. Johann setzt auf Elektroautos zum Ausleihen

Die Autos für das Car-Sharing sind da, das Ortsmarketing testet sie bereits. Ab Mitte September sind sie für die Bevölkerung buchbar.

© Ortsmarketing St. Johann„Jo-e“ steht auf dem Gemeindeparkplatz in St. Johann. Ab Mitte September kann er von der Bevölkerung ausgeliehen werden. Zuvor muss man sich allerdings über die Gemeinde registrieren.Foto: Ortsmarketing St. Johann



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – „Jo-e“ heißen die beiden Nissan Leaf, die für das neue E-Carsharing-Projekt der Marktgemeinde angekauft worden sind. „Jo“ steht dabei für St. Johann und „e“ steht für Elektro.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat Ortsmarketingleiterin Marije Moors das Projekt vorgestellt, jetzt sind die Autos eingetroffen und auch gleich beklebt worden. Beide Elektroautos werden künftig auf einem eigens gekennzeichneten Parkplatz vor dem Gemeindeamt stehen. Von dort können sie ausgeliehen werden und müssen dorthin auch wieder zurückgebracht werden. „Die beiden öffentlichen Elektrotankstellen ganz in der Nähe bleiben davon unberührt. Die wollen wir natürlich nicht mit unseren beiden Fahrzeugen blockieren“, erklärt Moors der Tiroler Tageszeitung, warum zwei neue Parkplätze geschaffen werden mussten.

Zu buchen sind die Fahrzeuge künftig online über eine spezielle Plattform. Wer sich über die Gemeinde registriert hat (voraussichtlich geht dies ab September), bekommt eine Keycard, mit der das Auto in Betrieb genommen werden kann. Vermutlich Mitte September stehen sie der Bevölkerung zur Verfügung.

Die Anmietkosten für das E-Auto „Jo-e“ setzen sich aus einem monatlichen Grundentgelt (Mindestbindung für ein Jahr) und einer Benützungsgebühr von zwei Euro pro Stunde und 0,20 Euro pro gefahrenem Kilometer zusammen. Das Aufladen ist in diesen Kosten inkludiert, außer die Fahrt ist so lange, dass ein Aufladen zwischendurch notwendig ist.

„Für eine Fahrt nach Kitzbühel mit einem Aufenthalt von drei Stunden bezahlt man elf Euro“, rechnet das Ortsmarketing vor.

Das Angebot der Marktgemeinde richtet sich an Einzelpersonen, Familien, aber auch Betriebe. Einen ersten fixen Kunden gibt es bereits – das Ortsmarketing selbst, das jetzt die Fahrzeuge in der Testphase auch gleich ausprobiert.

Betrieben wird das E-Carsharing von der Gemeinde, dafür erhält sie eine Förderung von 60 Prozent – trägt aber auch das finanzielle Risiko. Sowohl in der Gemeinde als auch beim Ortsmarketing ist man aber zuversichtlich. „Für die einen ist es eine Möglichkeit, auf das Zweitauto zu verzichten, andere möchten die nachhaltige E-Mobilität nutzen, ohne sich gleich ein E-Auto zu kaufen“, heißt es auf der Homepage von St. Johann.