Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 03.09.2018


Bezirk Landeck

Ersatz für Brücke in Tobadill war ein Schnäppchen

Die alte Wolfsgrubenbrücke war desolat. Am Wochenende wurde nun eine neue Überführung über den Gsörbach eingeweiht.

© ZangerlDie alte Wolfsgrubenbrücke war desolat. Am Wochenende wurde nun eine neue Überführung über den Gsörbach eingeweiht.Foto: Zangerl



Tobadill – Schnell, unbürokratisch, zweckmäßig und dazu sehr kostengünstig – so wurde in Tobadill der Ersatz für die ehemalige Wolfsgrubenbrücke nach Giggl errichtet. In nur eineinhalb Monaten Bauzeit wurde die 60 Jahre alte Brücke abgetragen und in anderer Konstruktion aufgebaut. Weil eine neue Bauform gewählt wurde, konnten nicht nur die Bauzeit, sondern auch die Baukosten mit 270.000 Euro rekordverdächtig niedrig gehalten werden. „Eine Brücke im herkömmlichen Sinn hätte rund 700.000 Euro gekostet. Die Vorlaufzeiten für Genehmigungen und Expertisen sowie die Bauzeit selbst wären ungleich länger gewesen“, weiß Tobadills Bürgermeister Martin Auer. Er dankte bei der Eröffnung am vergangenen Samstag Tirols LHStv. Jose­f Geisler für die rasche und unbürokratische Unterstützung und nicht zuletzt für den 50-Prozent-Anteil des Landes Tirol an den Baukosten. Geisle­r betonte, dass es die Aufgabe des Landes sei, die öffentliche Infrastruktur in Schuss zu halten, und wenn – wie im Fall Tobadill – so eine optimale Lösung gefunden wurde, bei der auch die regionalen Firmen eingebunden wurden, dann seien damit auch Arbeitsplätze garantiert.

Am 4. April hatten Gemeindearbeiter Schäden an der ehemaligen Wolfsgrubenbrücke, die über den Gsörbach führt, festgestellt – die TT hat berichtet. Unverzügliche Überprüfungen durch Statiker Georg Pfenninger ergaben in der Folge den Entschluss zum Neubau. „Weil auch die BH Landeck sehr unkompliziert der Errichtung eines Notweges zustimmte, konnte rasch mit dem Bau begonnen werden“, sagte Bürgermeister Auer und dankte allen am Bau beteiligten Behörden, Firmen und Mitarbeitern.

Statt einer üblichen Brücke wurde ein massives Rohr integriert, darüber die Schüttung des Dammes ausgeführt. Die asphaltierte Fahrbahn präsentiert sich nun auch wesentlich breiter, was für die Benützer und die 50 Bewohner des Weilers Giggl auch einen größeren Sicherheitsaspekt bedeutet.

Weil der 135.000-Euro-Anteil an den Baukosten nicht budgetiert war, mussten im Gemeindebudget Umschichtungen vorgenommen werden, sagt Bürgermeister Auer. (tz)