Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.09.2018


Bezirk Reutte

Nerven in Ehrwald liegen blank

Baustellen in und um Ehrwald zehren an den Nerven der Bevölkerung. Eine minimale Erleichterung ist aber in Sicht.

© PaschingerDie Baustelle an der Hauptstraße liegt voll im Zeitplan.Foto: Paschinger



Von Simone Tschol

Ehrwald – „Nicht nur, dass wir sowieso das ganze Jahr im Stau stehen Richtung Fernpass, Reutte und sogar schon Garmisch. Das reicht offenbar noch nicht. Auch die Hauptstraße in Ehrwald wird nun saniert. Dass dies notwendig ist, steht außer Frage. Dass jedoch keinerlei Umleitung eingerichtet wird, und die einzige Straße, auf welcher man die Möglichkeit hat, Ehrwald zu verlassen, nämlich Richtung Biberwier, ebenfalls mit Baustellen blockiert ist, ist ein­e Farce“, macht die Ehrwalderin Kathrin Fuchs in einem Brief an die TT-Redaktion ihrem Ärger Luft.

Und damit ist sie dieser Tage nicht die Einzige. Zahlreiche Ehrwalder beklagen angesichts der Baustellen­situation in und vor allem um die Zugspitzgemeinde „schlechte Koordination“ und „schlechte Kommunikation“. So sei das gesamte Oberdorf zum Staue­n verdammt.

„Die Hauptstraße ist gesperrt. Die Umleitung führt einspurig über die Baustell­e in der Innsbrucker Straße nach Biberwier, wo bereits die nächste Baustelle mit nur einspuriger Fahrbahn auf einen wartet. Es ist eine Zumutung“, erklärt Fuchs und fügt mit einer Portion Galgenhumor hinzu: „Nein, die Bauarbeiter fangen auch nicht um viertel vor acht an. So bestünde ja die Möglichkeit, dass zumindest Pendler noch vorher den Talkessel verlassen. Die fangen pünktlich um sieben Uhr an, damit man keinen Stau verpasst.“

Wolfgang Haas, Leiter des Baubezirksamtes Reutte, ist selbst dieser Tage mehrfach mit verärgerten Ehrwaldern konfrontiert: „Geplant war von uns nur die Baustelle an der Ehrwalder Hautpstraße. Wir haben erst im Frühjahr erfahren, dass Biberwier die Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegt. Dann hat sich auch noch die Erdgasversorgung drangehängt und erst spät war klar, dass mehr Arbeiten im Bereich der Landesstraße anfallen.“ Auch dass in der Innsbrucker Straß­e die Gasleitung verlegt werden soll, sei erst im Frühjahr kommuniziert worden. „Die Baustellen in der Innsbrucker Straße und in Biberwier haben zwar nichts mit uns zu tun. Das ist Sache der Gemeinden und der Erdgasversorgung. Aber hätte man das früher gewusst, hätte man besser koordinieren können.“ Laut Haas sei das Zusammentreffen der Arbeiten unglücklich. „Und dann sollte man sich auch noch an die Spielregeln halten“, legt Haas nach. So seien Ausnahmebedingungen zum Regelfall geworden, Baubereichslängen und Anhaltezeiten länger ausgefallen als besprochen. Am Mittwoch habe es diesbezüglich ein klärendes Gespräch gegeben. „Wartezeiten im Berufsverkehr dürfen maximal zwei Minuten betragen. Und in Biberwier sind jetzt zwei Wochen Pause“, so Haas.




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