Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 19.09.2018


Osttirol

Asphalt auf Drauradweg in Lienz genehmigt

Das Landesverwaltungsgericht entschied, dass Lienz auf dem Drauradweg einen „Lückenschluss“ durchführen darf. Der Weg zählt zu den meistfrequentierten in Österreich.

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Von Catharina Oblasser

Lienz – Der Uferbegleitweg der Drau zwischen der Eichholzbrücke und dem Auenweg in Lienz darf asphaltiert werden. Das entschied das Landesverwaltungsgericht Tirol. Damit ist der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Lienz, der die Asphaltierung nicht genehmigte, hinfällig. Die Stadtgemeinde hat dagegen berufen und Recht bekommen.

Obwohl es sich nur um eine Strecke von etwa 720 Metern Länge handelt, ist die Frage nach der Ausgestaltung keine Kleinigkeit. Zurzeit ähnelt der Uferbegleitweg einem Trampelpfad, der entsprechend holprig und steinig ist. Die Stadt will diesen Abschnitt deshalb asphaltieren, weil er Teil des internationalen Drauradwegs werden soll. Dieser beginnt in Südtirol, führt den Fluss entlang über Sillian nach Lienz und dann weiter durch Kärnten bis zur Draumündung in Slowenien. Er gehört zu den meistfrequentierten Radwegen Österreichs. Das belegen Zählungen, wie das Gericht in seiner Entscheidung ausführt.

Zurzeit müssen die Radler, die zum Drauradweg Richtung Kärnten wollen, vom Lienzer Bahnhof über Gemeindestraßen durch das Gewerbegebiet Peggetz. Das sei umständlicher und gefährlicher als die Fahrt auf einem ausgewiesenen Radweg. Die Sportler könnten sich auch leichter verirren, so die Begründung der Stadtgemeinde, weshalb der „Lückenschluss“ nötig sei. Denn damit sei eine durchgängige Route ohne Autoverkehr speziell für Radfahrer gegeben.

Die Bezirkshauptmannschaft hatte das noch anders gesehen. Die Asphaltierung dieses Abschnitts hätte negative Auswirkungen auf Landschaftsbild, Naturhaushalt und Erholungswert, heißt es im Bescheid der BH. Der Uferbegleitweg in seinem derzeitigen Zustand würde von Spaziergängern, Hundehaltern und Reitern besonders deshalb so geschätzt, weil er eben nicht asphaltiert sei. Das zu opfern, könne nicht im öffentlichen Interesse sein. Vor allem deshalb, weil die Radler ja bereits eine bestehende Route zur Verfügung hätten.

Das Landesverwaltungsgericht beurteilte das anders. Die neue Radroute über den noch zu asphaltierenden Uferbegleitweg sei sehr wohl im öffentlichen Interesse, und zwar aus Gründen der Sicherheit und der Bedeutung des Radtourismus.

So weit, so gut. Die Stadtgemeinde Lienz darf nun den Uferbegleitweg asphaltieren und die Radroute dorthin verlegen. Doch wann und wie das gemacht wird, ist noch offen. Das Projekt ist am 1. August 2016 eingereicht, im April 2017 von der BH abgelehnt und nun in zweiter Instanz bewilligt worden. Ein Straßenbauverfahren, das damit in Zusammenhang steht, stammt gar aus dem Jahr 2000.

„Wir hatten schon zu Projektbeginn Geld für den neuen Radweg veranschlagt“, sagt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Da wir aber nicht wussten, wie lange das Verfahren dauert und wie es ausgeht, ist dieses Geld inzwischen anderweitig verbraucht worden.“