Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


Bezirk Landeck

Landeck verschärft Fahrverbot in der Malserstraße

Bürgermeister Wolfgang Jörg will nach einer Evaluierung auch eine Ausweitung des Fahrverbots in der Malserstraße diskutieren.



Von Matthias Reichle

Landeck – Das Flair einer Fußgängerzone hat die Landecker Malserstraße seit dem Abschluss des Umbaus im Sommer bereits. Die Gehsteige wurden dabei ebenso abgetragen wie die Verkehrsschilder. Heuer hatte der Gemeinderat für die Einkaufsmeile eine so genannte Begegnungszone verordnet. Pkw-Verkehr, Fußgänger und Radfahrer sind dort seither gleichberechtigt unterwegs. Nur beim Frischemarkt am Freitag ist der Verkehr ausgesperrt.

In seiner vergangenen Sitzung verschärfte das Stadtparlament nun dieses bestehende Fahrverbot. Künftig sollen nun auch die Lieferantenfahrten nur noch vor 9 Uhr und nach 17 Uhr möglich sein. Das allgemeine Fahrverbot von 8 bis 18 Uhr nimmt nur Anrainer, Radfahrer und Stadtbusse aus. Wobei hier ein „Gentlemen’s Agreement“ gelte. Die Linie des Stadtbus umfährt den Frischemarkt.

Eine Diskussion gab es zur Verordnung selbst. SP-Gemeinderat Manfred Jenewein hielt sie für „zu kompliziert“ und wollte eine „einfachere Botschaft“.

Die Abstimmung fiel für den ursprünglichen Entwurf dann einstimmig aus. Wie Bürgermeister Wolfgang Jörg betonte, erfährt die Begegnungszone viel Lob. Zur Verordnung erklärte er: „Persönlich glaube ich, dass das ein erster Schritt ist.“ Wenn man mehr Lebensqualität will, müsse man sich weiter mit dem Thema befassen. „Ich finde, es stört, wenn man drinnen einkauft und einer dreimal die Runde fährt, um zu schauen, was es Neues gibt.“

Im Zuge einer Evaluierung werde man schauen müssen, ob ein weiterer Schritt folgen soll, präzisierte der Stadtchef auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Man müsse das unter Einbindung der Anrainer und der Leistungsgemeinschaft ergebnisoffen diskutieren. „Die Malserstraße zutun ohne Begleitmaßnahmen, das geht aber nicht.“ Es gebe Modelle wie eine Ausweitung der Fahrverbote im Sommer oder am Wochenende oder jenes, die Durchfahrten zeitlich einzugrenzen, erklärt der Stadtchef. Dazu brauche es aber Aktionen, um das vorzubereiten.

Man werde jetzt Erfahrungen sammeln und das später im Ausschuss diskutieren. Die aktuell beschlossene Verordnung wird nun ausgehängt und nach einer Stellungnahmefrist ans Land geschickt. Das werde einige Wochen dauern, so Jörg.