Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Bezirk Landeck

Wunsch nach Dosierampel für die Reschenstraße

Die Gemeinde Pfunds hat heuer ein Verkehrskonzept erstellen lassen. Dosierampeln und ein Kreisverkehr könnten für Beruhigung sorgen.

© redosierampelDosierampeln könnten wie auf der Fernpassstraße (Bild) den Verkehr durch Pfunds besser verteilen.Foto: Mittermayr



Von Matthias Reichle

Pfunds – Als die Reschenstraße aufgrund einer Baustelle nur einspurig war, hörte er von Anrainern den Wunsch, man möge noch lange bauen, erzählt Bürgermeister Rupert Schuchter. Während andere Gemeinden über Baustellenbehinderungen stöhnen, brachte diese für Pfunds eine angenehme Verkehrsberuhigung. Mit Dosierampeln könnte eine dauerhafte Lösung gelingen.

Es ist eine der Maßnahmen, die der Gemeinde heuer mit einem von ihr in Auftrag gegebenen Verkehrskonzept vorgeschlagen wurden und der Schuchter und der Gemeinderat viel abgewinnen können. Wie andere Orte im Obergricht stößt Pfunds beim Thema Verkehr an seine Grenzen. Auf der Reschenstraße strömen jeden Sommer täglich Tausende Richtung Süden. Im Winter staut es sich bei der An- und Abreise in Prutz und Ried.

Zeitweise sei der Verkehr auf der Route in den Vintschgau so stark, dass in Pfunds der innerörtliche Verkehr davon behindert wird. Der verlagere sich in die engen und verwinkelten Gassen des Ortes. Eine verzwickte Lage, die auch die künftige Siedlungsentwicklung einschränkt, wie Schuchter betont.

Die Ampeln sollen den anrollenden Verkehr vom Reschen, aber auch aus Richtung Landeck vor den Ortstafeln einbremsen. Gleichzeitig sollen sie für Lücken sorgen, damit auch der innerörtliche Verkehr sowie die Fußgänger und Radfahrer wieder Platz auf der Straße haben.

Eine ähnliche Anlage ist auch in Reutte in Betrieb – dort allerdings, um den Verkehr auf der Fernpass-Route besser zu verteilen. Schuchter kann der Idee für Pfunds einiges abgewinnen. Ebenso einem Kreisverkehr, der die Abzweigung zum Ortsteil Birkach und ins Gewerbegebiet einbindet und ähnliche Wirkung haben soll. „Damit wir auch in der Gemeinde noch leben können“, so Schuchter. Zudem soll auch der Fußgängerübergang bei der Neuen Mittelschule mit einer Ampel gesichert werden.

Eine ganze Reihe kleiner Verbesserungen wurden vorgeschlagen. Auch innerorts mit der Ausweisung einer flächendeckenden Verkehrsberuhigung und zwei zusätzlichen Begegnungszonen, in denen ein 20er gelten wird. Langfristig könnte auch eine weitere Bypassstraße vom Dorf zur Reschenstraße den Dorfkern entlasten.

Beim Land kennt man das umfangreiche Verkehrskonzept – offizielle Anfrage von der Gemeinde habe es allerdings noch nicht gegeben, erläutert Robert Zach von der Abteilung „Verkehr und Straße“. Eine Dosierampel umzusetzen, sei schwierig. Grundsätzlich widerspreche diese den Grundsätzen der Flüssigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs. Es gelte hier die Vor- und Nachteile abzuwägen und das Problem sachlich zu betrachten. Ein No-Go sei hingegen ein Kreisverkehr auf der Reschenstraße. Dieser habe praktisch keine Chance, muss doch der Querverkehr mindestens 20 Prozent betragen, damit er genehmigt wird.