Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Innsbruck

Das Taktgefühl für den Bus nach Kranebitten

Die Initiative Lebensraum Kranebitten fürchtet Verschlechterungen durch den neuen Fahrplan. Verkehrsstadträtin Schwarzl verweist auf bessere Anschlüsse.

© Böhm(Symbolfoto)



Innsbruck – Hildegard Auer und ihre Mitstreiter in Kranebitten sind „skeptisch“, wie es die Obfrau der Initiative Lebensraum Kranebitten (ILK) durchaus vorsichtig formuliert. Rund 100 Besucher einer Veranstaltung Anfang dieser Woche teilten diese Sorgen. Dabei ging es um die innerstädtische Buslinie LK, deren Streckenführung und den Takt.

Seit 1997 verkehrt der LK, ausgenommen von wenigen Direktbussen, im 10-Minuten-Takt von Montag bis Freitag untertags zwischen Hötting-West und Kranebitten. Mit 25. Jänner 2019, so rechnet die ILK vor, werde es nur noch ein 15-Minuten-Takt sein. Und der Bus fährt künftig zwischen Allerheiligen und Kranebitten. „Eine Verschlechterung“, wie Auer empfindet, speziell wenn sie auf die schon jetzt kritischen Umstiegszeiten blickt, weil die Busrunde damit größer werde. „Wir befürchten, dass das einige endgültig abschrecken wird, den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen“, sagt Auer. Dies könne nicht im Sinne der Stadt sein.

Ihre Zweifel und Bedenken begründen die Kranebitter auch damit, dass ein verlässliches und zeitsparendes Umsteigen derzeit am Abend und am Wochenende (bei ausgedünntem Takt) schon jetzt nicht gewährleistet wird. Mit der Änderung im Fahrplan fürchtet man, dass sich die Situation weiter verschärfen könnte. Gleichzeitig lobte Auer aber das Verhandlungsklima mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) und der Stadt.

Hintergrund für die Taktänderung ist die Regionalbahn. „Wir müssen den Takt an die Tram anbinden. Es mag auf den ersten Blick schwer verständlich sein, aber letztlich wird das sogar eine höhere Anschlussgarantie bringen“, sagt Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne), die von einem „sehr guten Klima“ bei der Versammlung sprach. Die Nachfrage erfordere nicht so einen dichten Takt, bestätigte IVB-Chef Martin Baltes. Viel wichtiger sei aber die „Qualität der Umstiege“, und die soll mit dem neuen Konzept passen. Der Dialog mit den Menschen sei „extrem positiv“ und man habe einige Hausaufgaben mitgenommen, so Baltes. Zwei bis drei Monate nach dem Inkrafttreten wolle man die Situation noch einmal evaluieren. (mw)