Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.11.2018


Verkehr

Fügen versucht Raser im Ortsgebiet einzubremsen

Die meisten Autofahrer halten sich in Fügen an die Geschwindigkeit. Doch einige Ausreißer rasen laut Messungen mit 100 km/h durch den Ort.

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen – Einige Fügener sind in den letzten Tagen ins Schwitzen gekommen, als es plötzlich hieß, dass die Gemeinde bis zu fünf Radarkästen im Ort montieren will. Die Begeisterung hielt sich bei vielen in Grenzen. Andere wiederum freuen sich, wenn man dadurch Raser einbremsen kann. „Wir haben grundsätzlich ein Problem mit Geschwindigkeitsüberschreitungen“, gibt Bürgermeister Dominik Mainusch zu.

An der Hauptstraße durch Fügen klagen Anrainer immer wieder ihr Leid. Röhrende Motoren, quietschende Reifen und Raser, die die 50-km/h-Beschränkung ignorieren. Das war auch beim letzten Bürgerforum Thema. „Es war zwar keine repräsentative Abstimmung, aber von den Anwesenden stimmten zwei Drittel für eine Radarüberwachung“, erklärt BM Mainusch. Fünf Radarkästen an verschiedenen Orten, wobei das Messgerät zwischen den Kästen hin und her gewechselt werde. „Eine Woche hier, eine Woche dort“, so Mainusch. Das sei das stärkste Instrument, zu dem man greifen könnte. Bevor das passiert, will er aber noch andere Maßnahmen setzen.

Eine Verkehrsdatenerhebung der Gemeinde ergab, dass sich nahezu 80 Prozent aller Fahrzeuge großteils – also mit nur minimalen Überschreitungen – an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. „Aber es gab ein paar Prozent, die deutlich drüberlagen und wenige Ausreißer, die viel zu schnell waren, also mit 100 anstatt der erlaubten 50 km/h gefahren sind“, sagt Mainusch.

Anstatt Blitzer, Bodenwellen oder künstliche Engstellen überlegt die Gemeinde aber, einen generellen 40er im Ortsgebiet umzusetzen. In der nächsten Gemeinderatssitzung soll darüber abgestimmt werden. „Dadurch könnten wir die Höchstgeschwindigkeit reduzieren und sehen dann ja, ob sich die Situation bessert“, sagt Mainusch. Auch Polizeikontrollen sollen vermehrt Raser einbremsen.

Bis die 40er-Beschränkung aber kommt, kann es noch dauern. Zuerst ist ein positiver Gemeinderatsbeschluss nötig. Dann muss ein Verkehrsgutachten bestätigen, dass die verminderte Geschwindigkeitsbegrenzung auch Sinn macht. Daraufhin folgt ein weiterer Beschluss des Gemeinderates, bis das Ansuchen bei der Bezirkshauptmannschaft zur Begutachtung landet. „Das kann einige Monate dauern“, sagt Mainusch.

Die meisten Raser waren laut der Erhebung auf der Hauptstraße unterwegs – vom Knoten Nord bis zur Fügener Sennerei. Aber auch der weiterführende Kapfingerweg sowie die Kapfinger- und Kleinbodenerstraße sind scheinbar verlockende Rennstrecken für manche Fahrer.