Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Exklusiv

Damit die Verkehrskontrolle nicht aus dem Ruder läuft

Die Begegnung auf Augenhöhe und ein respektvoller Umgang sind laut Polizei der Schlüssel zu einer reibungslosen Verkehrskontrolle.

© ZOOM.TIROLIm Schnitt erwischt die Polizei vier Lenker pro Tag, die keine gültige Lenkberechtigung haben. (Symbolfoto)



Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Von der überhöhten Geschwindigkeit über dichtes Auffahren, unerlaubtes Überholen bis hin zum Telefonieren am Steuer – mehrere hundert Organstrafmandate stellt die Polizei tagtäglich auf Tirols Straßen aus. Im Mittelpunkt der Amtshandlung steht dabei die Verkehrskontrolle. Wird man als Lenker angehalten und heißt es „Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte“, dann sollte man zunächst einmal Ruhe bewahren, empfiehlt der Autofahrerclub ÖAMTC. Nachdem man herausgewunken wurde und das Fahrzeug sicher angehalten hat, sollte man sitzen bleiben und nach Führerschein und Zulassungs­schein suchen. „Nicht zu viel reden, die Emotionen im Griff haben und auf lange, laute oder gar aggressive Erklärungen verzichten“, so ein weiterer Ratschlag. Denn bei echter Einsicht des Lenkers haben die Beamten einen gewissen Ermessensspielraum, wenn es um das Verhängen der Strafe geht.

Das bestätigt auch Markus Widmann, Leiter der Tiroler Verkehrspolizei: „Ist das Verschulden gering und die Folgen der Übertretung unbedeutend, dann kann der Beamte eine Abmahnung aussprechen und auf eine Bestrafung verzichten.“ Kommt es zum Organmandat, dann gibt ein Strafenkatalog die Höhe der Geldbuße vor. Verhandlungen mit dem Beamten und der Versuch, den Preis zu drücken, haben daher keinen Sinn, so Widmann. Ist die Übertretung gravierender, erfolgt eine Anzeige.

Der Ablauf einer Verkehrskontrolle ist laut dem Leiter der Verkehrspolizei dann reibungslos, wenn ein respektvolles Klima herrscht. Und das sei bei den meisten Verkehrskontrollen in Tirol auch der Fall. „Im Großen und Ganzen laufen die Verkehrskontrollen unaufgeregt ab.“ Bei einem kleinen Prozentsatz – etwa bei alkoholisierten Lenkern – könne es vorkommen, dass die Situation aufgrund der Beeinträchtigung des Lenkers aus dem Ruder läuft. „Aber auch dann sind unsere Beamten so geschult, dass sie versuchen, die Lage, so gut es geht, zu deeskalieren“, erklärt Widmann. Eine Zunahme der Respektlosigkeit gegenüber der Uniform und den Beamten im Laufe der Jahre habe er nicht festgestellt. „Es geht ja auch gar nicht darum, sich einem Beamten gegenüber untertänig zu verhalten, sondern darum, sich auf Augenhöhe zu begegnen.“




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