Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.12.2018


Bezirk Schwaz

Kritik an der Erweiterung der Schwazer Kurzparkzone

Nichts wird derzeit so heiß im Schwazer Gemeinderat diskutiert wie der Parkraum. Künftig muss auch in der Marktstraße gezahlt werden.

Anrainer wie Pendler nutzen täglich die kostenlosen Stellplätze in der Marktstraße oberhalb des alten Feuerwehrhauses.

© FankhauserAnrainer wie Pendler nutzen täglich die kostenlosen Stellplätze in der Marktstraße oberhalb des alten Feuerwehrhauses.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Es ist kurios, wenn der Verkehrsreferent einen Antrag verliest, den er selbst gar nicht unterstützt. Bemerkenswert ist auch, dass Sitzung für Sitzung im Schwazer Gemeinderat über den Parkraum in der Stadt diskutiert und abgestimmt wird. „Es fehlt ein Gesamtkonzept“, ärgerte sich GR Eva Maria Beihammer (SP).

Ihr reicht’s. Denn wie bereits in der vorigen Gemeinderatssitzung beschlossen, sollen mehrere Parkplätze im Bereich des öffentlichen Gutes in die gebührenpflichtige Parkzone übernommen werden – die TT berichtete. Diesmal betrifft es die Marktstraße zwischen der Dr.-Dorrek-Straße und dem Lahnbachbühel. Dort kann entlang der Lahnbachmauer und auf der gegenüberliegenden Seite bis dato gratis geparkt werden. Und die Stellplätze sind begehrt. Täglich ist dort alles verparkt. „Damit wird das Problem nur weiter in Richtung Osten verschoben. Ich kann da nicht zustimmen. Es wurde nun schon öfter versucht, stückweise solche Anträge zu beschließen. Für mich sieht das wie eine Salami­taktik aus“, kritisierte Beihammer.

Auch Verkehrsausschuss­obmann Emil Danler ist dagegen, auch, wenn er den Antrag zur Abstimmung bringen musste. Die Mehrheit im Ausschuss habe dafür gestimmt. „Ich sehe aber keinen Sinn dahinter. Es ist nur eine Umverteilung der Last. Zu diesem Zeitpunkt bin ich gegen die Erweiterung der gebührenpflichtigen Kurzparkzone“, sagte Danler. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, sich das Thema Parken für die Stadt im Ganzen anzusehen.

„Wir Grünen sind dafür. Die Erweiterung ist richtig, weil so die Möglichkeit für die Anwohner geschaffen wird, sich eine Berechtigungskarte zu kaufen und dort zu parken, wo sonst immer dauerhaft zugeparkt ist“, sagte GR Hermann Weratschnig. Er erhofft sich zudem dadurch eine steigende Frequenz in der Innenstadt.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Auf diese Aussage hin gab es im sonst so disziplinierten und ruhigen Gemeinderat einige Zwischenrufe. Die einen stimmten Weratschnig zu, andere sehen es genau andersherum. „Die große Belebung der Innenstadt machen wir durch die Tiefgarage, nicht durch die Marktstraße“, sagte GR Victoria Weber (SP). Sie finde es bedenklich, wenn selbst der Verkehrsreferent nicht hinter dem Antrag steht. Auch ihr fehlt ein Gesamtkonzept – das hatte sie auch schon in der vorigen Sitzung bemängelt. „Da mal ein Stück, dort mal ein paar Stellplätze. Das letzte Mal waren es zehn Parkplätze. Die Probleme verschieben sich so nur“, sagte Weber. Zudem müsse man auch an die Pendler denken, denn auch das geplante Parkhaus am Königfeld könne den Bedarf nicht decken.

„Ich höre nur mehr Kurzparkzone. Das Pendlerproblem wird damit nicht gelöst und für die Schwazer ist es auch kein Gewinn. Jetzt muss man in der Marktstraße auch noch fürs Parken zahlen“, ärgerte sich GR Daniel Kirchmair (FP).

Mit zwölf zu neun Stimmen fiel der Beschluss für die Erweiterung der gebührenpflichtigen Kurzparkzone. Dagegen stimmten die Freiheitlichen, die SPÖ-Fraktion und GR Barbara Eller (VP).