Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.12.2018


Innsbruck

Holpriger Start für neue Tram in Innsbruck

Die Bauarbeiten für die Verlängerung der Straßenbahn ins O-Dorf gehen in die Endphase – aber bei der Lieferung der Straßenbahngarnituren hapert es.

Die Arbeiten sind fast fertig. Jetzt fehlen die Tramgarnituren.

© Thomas BöhmDie Arbeiten sind fast fertig. Jetzt fehlen die Tramgarnituren.



Innnsbruck – Es sind „keine schönen Nachrichten“ vor Weihnachten, wie auch IVB-Chef Martin Baltes konstatiert. Zwar gehen die Bauarbeiten für die Verlängerung der Tram/Regionalbahn ins O-Dorf in die Endphase. Doch bei der Lieferung von zusätzlichen Straßenbahngarnituren gibt es Verzögerungen.

Aktuell gibt es Probe- und Schulungsfahrten auf der neuen Strecke ins O-Dorf. Der neue Abschnitt wird dann jedenfalls planmäßig mit dem 26. Jänner in Betrieb genommen. Dann nehmen auch die neuen Linien 2 und 5 den Verkehr auf und verbinden das Olympische Dorf mit der Technik und der Peerhofsiedlung im Westen Innsbrucks. So weit, so gut.

Für die neuen Linien werden von den IVB aber auch zusätzliche Straßenbahngarnituren benötigt. Doch bis dato wurden nur sechs geliefert. Der Grund dafür laut IVB: Probleme beim Zulassungsverfahren durch den Hersteller Bombardier. „Die komplette Flotte wird voraussichtlich erst ab Mitte bis Ende 2019 zum Einsatz kommen“, sagt IVB-Betriebsleiter Harald Jösslin. Ob die Innsbrucker Verkehrsbetriebe von den Problemen erst jetzt erfahren haben? Baltes erklärt: „Dass es Probleme bei dem Zulassungsverfahren gibt, das weiß man schon länger.“ Jetzt sei aber erst klar geworden, wie es sich auswirken werde, und liege schriftlich vor. „Es ist vertraglich festgehalten, dass der Hersteller zugelassene Fahrzeuge übergeben muss“, sagt Baltes. Klar ist wohl auch, dass sich die IVB diesbezüglich schadlos halten werden. Eine Pönale sei im Vertrag vereinbart.

Wie genau man im Betrieb mit den fehlenden Garnituren umgeht, sei noch nicht klar. Aber: 20 Busse werden auf der Linie O frei. Es könnte sein, dass es zu einem Schienenersatzverkehr kommt, sagt Baltes. Da es auf den Linien in Richtung Technik den höchsten Bedarf gebe, habe man sich entschieden, die Erweiterung planmäßig in Betrieb zu nehmen. (mw)