Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.01.2019


Tirol

Transitforum will Verkehr in Tirol vollautomatisch steuern

Fritz Gurgiser fordert ein „Frühwarnsystem“ für ungehinderten Verkehrsfluss durch Tirol.

Stauzone Fernpassstraße: Ein vollautomatisiertes Dosiersystem soll Autofahrer früh informieren und wenn nötig an der Grenze stoppen.

© zoom.tirolStauzone Fernpassstraße: Ein vollautomatisiertes Dosiersystem soll Autofahrer früh informieren und wenn nötig an der Grenze stoppen.



Außerfern – „Begrenzte Täler vertragen keinen unbegrenzten Verkehr“, lautet die Neujahrsbotschaft von Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol.

Sein Kampf gegen den zunehmenden Verkehr und die damit einhergehenden Grenzwertüberschreitungen von Luft und Lärm sind nicht neu. Wohl aber der Vorschlag, den er nun dem neuen Landesamtsdirektor Herbert Forster übermittelte.

Gurgiser fordert darin ein vollautomatisiertes Verkehrs-Dosiersystem – sowohl an den Grenzen als auch inner­alpin. In dieses sollen Kapazitätsreduktionen wie Baustellen ebenso einfließen wie Wettervorhersagen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) zur Vermeidung von witterungsbedingten Extremsituationen und Webcamdaten zur Reaktion auf allgemeine Verkehrsüberlastung und kurzfristige Ereignisse wie Unfälle. Gurgiser: „Ein derartiges Dosiersystem ist eine weitere innovative Maßnahme, um Gesundheitsbelastungen zu reduzieren, Verkehrskollapse im gesamten Straßennetz, wie erst am 2. Jänner geschehen, zu verhindern und die Durchfahrt für Blaulichtorganisationen sicherzustellen.“

Die technischen bzw. digitalen Möglichkeiten könnten auch mit den Nachbarländern besser genutzt werden. Gurgiser: „Auf Überkopfwegweisern und in Medien im Norden, Osten, Westen und Süden könnte schon lange vorher auf Probleme bei der Fahrt durch Tirol hingewiesen werden. Es geht darum, Verkehrsteilnehmer frühzeitig auf Behinderungen aufmerksam zu machen, sie nicht willkürlich stundenlang in ,Staugeiselhaft‘ zu nehmen.“

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Die Umsetzung dieses Vorschlages obliegt den zuständigen Landesbehörden und bedarf laut Gurgiser einer „neuen Kultur des Ermöglichens“. Es sei nicht mehr nach Möglichkeiten zu suchen, in das immer öfter vollkommen überlastete Tiroler Gesamtstraßennetz zusätzlichen Verkehr ein- oder durchzuschleusen. Es müssten durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen „gesetzwidrige Zustände hintangehalten werden“.

„Dieser Vorschlag ist daher als eine Vorsorgemaßnahme zur Aufrechterhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu verstehen und dringend umzusetzen“, fordert Gurgiser und fügt hinzu: „Dem Vorschlag stehen keine rechtlichen Bedenken entgegen. Es geht um Sicherheit, Flüssigkeit des Verkehrs und das Abwenden von Gefahren durch Lärm und Schadstoffe. “ (TT, fasi)