Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.01.2019


Exklusiv

Kitzbüheler Radarkästen müssen auf Einsatz warten

Die Überwachung der Geschwindigkeit scheitert in Kitzbühel an falschen Fundamenten. So stehen die 110.000 Euro teuren Kästen auf Lager.

Mit Radarkästen will Kitzbühels Straßenreferent den Schnellfahrern den Zahn ziehen. Doch der Aufbau der Geräte, zum Beispiel bei der Volksschule, verzögert sich.

© Harald AngererMit Radarkästen will Kitzbühels Straßenreferent den Schnellfahrern den Zahn ziehen. Doch der Aufbau der Geräte, zum Beispiel bei der Volksschule, verzögert sich.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – „Ab jetzt wird scharf geschossen“, hieß es noch vor Weihnachten. Damals verkündete Kitzbühels Straßenreferent GR Hermann Huber (VP), dass die lange erwarteten Radarkästen geliefert wurden und umgehend zum Einsatz gebracht werden. Doch dann kam die große Ernüchterung und Überraschung. Die Geräte passten nicht auf die Fundamente. „Die Firma Siemens hat uns falsche Fundamentpläne geschickt, deshalb haben sie nicht gepasst“, sagt Huber auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Der Fehler sei aber bereits ausgebessert. Die neuen Fundamente sind laut Huber noch vor Weihnachten gegossen worden. „Die Monteure der Firma haben dann aber über Weihnachten nicht mehr gearbeitet“, erklärt Huber, warum die Kästen noch immer nicht stehen. Es sei ihm aber versprochen worden, dass die Geräte noch bis Mitte Jänner aufgestellt werden. „Ich gehe davon aus, dass sie noch vor dem Hahnenkammrennen stehen“, versichert der Straßenreferent. Die Verzögerung sei ärgerlich, aber kein Beinbruch, wie Huber versichert. Gerüchte, wonach die Kästen wegen der Touristen über Weihnachten nicht aufgebaut wurden, stimmten nicht. „Ich habe jetzt drei Jahre auf die Radarkästen gewartet, da kommt es jetzt auf diese paar Wochen auch nicht mehr an“, sagt Huber und spielt damit auf die lange Umsetzungsphase an.

Das Vorhaben bedurfte vieler Genehmigungen und wird in enger Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft und der Landespolizeidirektion umgesetzt. Insgesamt sollen die Radarkästen an vier Standorten positioniert werden. Jeweils ein Kasten bei der Volksschule und im Bereich der Neuen Mittelschule, zudem sollen zwei in der Badhaussiedlung zum Einsatz kommen. weiters blitzen die Geräte auch von vorne. Damit sei es auch möglich, EU-Bürger, z. B. aus Deutschland, zu strafen, wie Huber betont. Die Kosten für die vier Radarkästen liegen bei etwa 110.000 Euro.