Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.01.2019


Bezirk Reutte

Sperre von Fernpassstraße entfacht Tunnelwünsche

Mit dem von der FPÖ seit Langem geforderten Gartnerwandtunnel von Bichlbach bis Nassereith wäre das Außerfern immer angebunden geblieben.

(Symbolfoto)

© Thomas Boehm / TT(Symbolfoto)



Reutte – Das Außerfern vom Rest Tirols abgeschnitten – und schon sehen Parteien ihre jeweiligen Forderungen nach einem Tunnelbau Richtung Inntal bestätigt. Die FPÖ appelliert an die Landesregierung, aufgrund der aktuellen Abschottung des Bezirkes ihre Fernpass-Strategie zu überdenken. „Das Außerfern ist von Tirol wieder einmal abgetrennt und nur über Deutschland erreichbar. Diesmal ist der viele Schnee der Schuldige. Dennoch ist dieses Gefühl für die Außerferner nichts Neues“, sagt FPÖ-Bezirksobmann Fabian Walch. Teilweise liege die Grundversorgung brach. Nur der unermüdliche Einsatz der vielen Ehrenamtlichen verhindere den Kollaps. „Die Frage, die sich die schwarz-grüne Landesregierung jetzt stellen muss, ist, ob der Scheiteltunnel an der jetzigen Situation etwas ändern würde. Die Antwort ist nein, nicht das Geringste – der Gartnerwandtunnel hingegen sehr wohl.“ Mit dem von der FPÖ seit Langem geforderten Gartnerwandtunnel von Bichlbach bis Nassereith wäre das Außerfern immer angebunden geblieben. Der Scheiteltunnel nehme hingegen für lange Zeit jede Zukunftslösung.

Auch die SPÖ wirft sich mit Landesvorsitzendem Georg Dornauer und SP-Bundesrat Stefan Zaggl in die Tunnelschlacht – sieht aber, wie so oft gefordert, das Heil in einem Bahntunnel vom Ehrwalder Raum ins Inntal. „Der Bezirk Reutte ist vom übrigen Tirol faktisch abgeschnitten. Ein Zustand, der für die neue SPÖ Tirol nicht hinnehmbar ist: Das ist eine Frage der Wertschätzung und des Respekts gegenüber den Reuttenerinnen und Reuttenern“, erklärt Georg Dornauer. Der Außerferner SP-Abgeordnete Zaggl bleibt bei seiner Position: „Im Außerfern will niemand eine Transitroute. Die Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Strecke Reutte – Innsbruck in vernünftiger Zeit zu absolvieren, würde für die Außerferner den Innsbrucker Arbeitsmarkt öffnen. Gleichzeitig könnten Menschen aus den Ballungszentren vom Lebensraum Reutte angezogen werden.“ Die Einführung einer Fernpass-Streckenmaut unterstützt man in der SPÖ: Voraussetzung sei aber, dass auch das Gurgltal davon ausgenommen werde. (hm)