Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Bezirk Schwaz

Das Tüfteln am Zillertaler Staukonzept geht weiter

Drei neue Straßensperre-Verordnungen sollen in Strass, Jenbach und Maurach an Mega-Stauwochenenden für Entlastungen sorgen.

BHStv. Wolfgang Löderle (l.) erörterte mit dem Strasser Bürgermeister Karl Eberharter Möglichkeiten, wie der regionale Verkehr im Ort auch an Stau-Samstagen halbwegs flüssig gehalten werden kann.

© DählingBHStv. Wolfgang Löderle (l.) erörterte mit dem Strasser Bürgermeister Karl Eberharter Möglichkeiten, wie der regionale Verkehr im Ort auch an Stau-Samstagen halbwegs flüssig gehalten werden kann.



Von Angela Dähling

Schwaz – „Rund 20.000 Fahrzeuge fahren insgesamt im Winter täglich von Montag bis Donnerstag durch den Brettfalltunnel. An Samstagen sind es 10.000 mehr“, weiß Bezirkshauptmann-Stv. Wolfgang Löderle. „Die Kfz-Anzahl ist damit auf ähnlich hohem Niveau wie am Fernpass“, ergänzt er. Und damit steht fest: Selbst das beste Verkehrskonzept wird den Stau rund um den Eingang ins Zillertal nicht auflösen können. Die Kapazitäten der Straße sind einfach erschöpft. „Wir bekämpfen die Auswirkungen des Staus. Von der Ursachenbekämpfung sind wir weit entfernt“, sagt Löderle.

Die Behörde versucht, so gut es geht, mit diversen Maßnahmen den regionalen Verkehr in den Ortschaften fließend zu halten. „Die Verbesserungen in Bruck und Hart durch Straßensperren führten aber leider zu Verschlechterungen in Strass“, resümiert der Strasser Bürgermeister Karl Eberharter. Dass die Rotholzer Landesstraße, welche nun auch die ehemalige B169 in Strass umfasst, nicht zum niederrangigen Straßennetz zählt und daher nicht gesperrt werden dürfe, sei ein Problem. Wer so bei Stau ins Zillertal will, wird allerdings in Schlitters wieder auf die B169 zurückgeleitet.

Auch die L294 von Strass nach Bruck ist eine Landesstraße. „Dass wir diese Straße im Staufall bereits ab der B171 sperren, liegt daran, dass wir ein Verkehrschaos vor der Ortstafel von Bruck, wo dann alle wenden müssten, vermeiden wollen“, erklärt Löderle. Inzwischen gibt es allerdings drei zusätzliche Verordnungen für Straßensperren im Staufall:

• die Dorfstraße in Strass zwischen der Imkerei (B171) und dem Gasthof Hotel Post,

• die parallel zur B181 verlaufende Dorfstraße in Eben/Maurach. Sie wird östlich des Atolls bis zum Kreisverkehr Klingler-Kreuzung und dann wieder hinter dem Kreisverkehr in Richtung Ortszentrum Maurach für den Durchreiseverkehr gesperrt.

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• In Jenbach wird über die Gemeindestraße in Fischl kein Abfahren von der B181 für Zillertalurlauber möglich sein.

In Eben werde laut Löderle ein privater Sicherheitsdienst die Sperren übernehmen. Denn Schilder oder Scherengitter halten die staugeplagten Autofahrer nicht immer auf. In Jenbach und Strass würden diese im Bedarfsfall daher durch Polizisten überwacht.

Diesen und nächsten Samstag rechnet BHStv. Löderle allerdings mit nicht allzu viel Problemen. Ein Mega-Stau sei vor allem bei Schönwetter indes am 2. März zu erwarten, dem Ferienstart in Bayern und Baden-Württemberg. Auch zu Beginn oder Ende der Faschingswoche drohe viel Reiseverkehr. „Wir werden versuchen, mit deutschen Polizeikollegen Kontakt aufzunehmen, damit schon auf der A8 in Holzkirchen Infos gegeben werden.“ Auf die lawinenbedingte Achenpass-Sperre auf deutschem Staatsgebiet am vorigen Wochenende sei bei der Autobahnausfahrt Holzkirchen übrigens nicht hingewiesen worden, sagt Löderle verwundert nach persönlichem Lokalaugenschein.