Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.01.2019


Innsbruck

Weiter Ärger über „Tram-Chaos“ in Innsbruck

Die neuen Tramlinien 2 und 5 haben massive Verspätungen oder kommen erst gar nicht und müssen durch Busse ersetzt werden. Die Stadt kündigt Behebung der gröbsten Probleme in den kommenden Tagen an.

Auch am Dienstag kam es wieder zu Verspätungen bei den neuen Tram-Linien. Viele Fahrgäste sind mittlerweile verärgert.

© Vanessa RachleAuch am Dienstag kam es wieder zu Verspätungen bei den neuen Tram-Linien. Viele Fahrgäste sind mittlerweile verärgert.



Von Marco Witting

Innsbruck — Der Tenor unter den Fahrgästen ist eindeutig. Die neuen Tramlinien 2 und 5 haben massive Verspätungen von bis zu 40 Minuten oder kommen erst gar nicht und müssen durch (heillos überfüllte) Busse ersetzt werden, die auch zu spät sind. Von „Chaos" und „Katastrophe" ist die Rede. Der Start der Tram, am Freitag noch groß gefeiert, verkommt zum großen Ärgernis.

Gestern mittags gab es eine eilig einberufene Sitzung zwischen IVB und Stadträtin Uschi Schwarzl (Grüne), um die dringendsten Maßnahmen zu besprechen. Neben Unfällen auf der Strecke (etwa am Montag) sorgen weiter die Ampelprogrammierungen für Ärger. „Es war wichtig, die größten Problemstellen gemeinsam zu identifizieren und schnellstens auszuräumen", sagte Schwarzl. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass mittels weiterer Beschleunigungen der Öffi-Priorisierung und Behebung der noch nicht optimalen Programmierungen die gröbsten Probleme an fünf überlasteten Kreuzungen binnen der nächsten Tage behoben werden können. An einigen Stellen werden längerfristig Schrägparkplätze an Straßenbahnschienen Längsparkplätzen weichen müssen. „Ich bitte noch einmal um Entschuldigung für die Verzögerungen. Unser gemeinsames Ziel ist, dass die Innsbrucker so bald wie möglich ungestört, pünktlich und mit Vorrang mit der Tram durch die ganze Stadt fahren können."

Für die FPÖ fordert Rudi Federspiel gestern den Rücktritt von Schwarzl und IVB-Chef Martin Baltes. Es brauche deren „sofortigen Abgang", wie es in einer Aussendung hieß. Die Wegstrecken zu den neuen Haltestellen seien viel zu lange — vor allem für ältere Personen und Menschen mit Gehbehinderungen.

Für die ÖVP sagte Verkehrssprecherin Mariella Lutz, dass das „Tram-Chaos" rasch beendet werden müsse. „Die für das Frühjahr angekündigte Tram-Evaluierung kommt für die Innsbrucker Volkspartei viel zu spät. Ein monatelanges Provisorium ist für die Fahrgäste unzumutbar. Jetzt gibt es Probleme, daher haben wir jetzt auch Gesprächsbedarf", sagte GR Lutz. Als Sofortmaßnahme schlägt die VP den verstärkten Einsatz von Einschubbussen vor. Angesichts der zahlreichen Beschwerden müsse auch die Fahrplangestaltung am Abend und am Wochenende neu betrachtet werden.