Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Bezirk Kitzbühel

Nachtbus soll auch in Zukunft bis Kössen fahren

Auch nach dem Auslaufen der Förderperiode wollen die Gemeinden den Nightliner erhalten. Die Kössener Mandatare gaben grünes Licht.

Der Nightliner ist gerade beim jugendlichen Partyvolk äußerst beliebt.

© Getty Images/iStockphotoDer Nightliner ist gerade beim jugendlichen Partyvolk äußerst beliebt.



Von Michael Mader

Kössen – Die im Jahre 2010 erstmals eingeführte Nachtbuslinie, der so genannte Nightliner, ist eine Erfolgsgeschichte. Ausgehend von der Gemeinde Niederndorferberg, wo im Jahre 2010 der Startschuss erfolgte, sind mittlerweile die Gemeinden Kufstein, Ebbs, Niederndorf, Erl, Niederndorferberg, Walchsee und seit wenigen Jahren auch Kössen mit an Bord.

Nach Auslaufen der dreijährigen Förderperiode durch Bund und Land sprachen sich nun die Kössener Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung einstimmig für eine Fortführung aus. Bürgermeister Reinhold Flörl führt u. a. die hohen Fahrgastzahlen ins Treffen. Am Freitag und Samstag von 20 Uhr bis 4 Uhr hätten im Vorjahr 15.000 Fahrgäste das Angebot genützt.

Das bestätigt auch Walchsees Bürgermeister Dieter Wittlinger, der zugleich Obmann des Vereins Nachtbuslinie ist: „Es gab jedes Jahr eine Steigerung von mehr als 1000 Fahrgästen.“ Auch in Walchsee ist der Gemeinderat der Meinung, dass die Nachtbuslinie Fortbestand haben soll: „Es wurde sogar erwogen, wenn notwendig den Kostenanteil, der sich jährlic­h auf 8000 Euro beläuft, anzuheben.“

Laut Flörl gibt es bezüglich der Fortführung des Nightliners einen Termin im März mit Vertretern von Land und Verkehrsverbund Tirol (VVT).

Ein erster Vertrag, der den Mitgliedsgemeinden vorgelegt wurde, hat nämlich gleich mehrere Haken. „Entgegen unseren ersten Gesprächen mit dem Land gäbe es nämlich ein Tarifzonenmodell, wenn der VVT den Nightliner übernimmt. Gerade Jugendliche, die von Kössen oder Walchsee nach Kufstein wollen und umgekehrt, müssten plötzlich nicht mehr drei, sondern sechs, sieben oder acht Euro bezahlen“, merkt Wittlinger an. Da würden sich dann manche wieder überlegen, doch in einer Gruppe später mit dem Taxi heimzufahren, und das wiederum widerspräche dem ursprünglichen Prinzip von fixen Fahrzeiten. Zudem wäre auch die Gemeinde Niederndorferberg nicht mehr angefahren worden.

„Wir könnten uns jetzt vorstellen, dass die Gemeinde Ebbs die Aufgaben der Organisation übernimmt“, weiß Flörl. Das müsse aber noch alles im Detail abgeklärt werden. Der Verein würde dann quasi im Gemeindeverband „aufgehen“ und die „alte“ Regelung bliebe bestehen.