Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Bezirk Landeck

“Rumpelstraße“ L76: Riesenfels wurde von Netz gestoppt

Am Sonntag gegen 16.40 Uhr löste sich ein 100 Kubikmeter großer und bis zu zweieinhalb Tonnen schwerer Felsblock aus dem Steilhang bei Urgen. Das Gestein rutschte 60 Meter ab.

Der Schutzzaun an der L76 bei Fließ/Urgen ist zwar etwas gerissen, hat aber seine Funktion erfüllt: Ein tonnenschwerer Fels landete im Netz.

© WenzelDer Schutzzaun an der L76 bei Fließ/Urgen ist zwar etwas gerissen, hat aber seine Funktion erfüllt: Ein tonnenschwerer Fels landete im Netz.



Fließ — Die „Rumpelstraße" (offizieller Name: Landecker Straße L76) ist ihrem gefürchteten Ruf einmal mehr gerecht geworden: Am Sonntag gegen 16.40 Uhr lösten sich rund 100 Kubik Fels und Geröll aus dem Steilhang bei Urgen (Gemeindegebiet Fließ).

Das Gestein rutschte 60 Meter ab, Teile davon blieben auf der Strecke liegen. Im Schutzzaun - fünf Meter oberhalb der Fahrbahn - landete Material in der Größe eines mittleren Pkw mit einem Gewicht von einigen Tonnen.

Ein Riss im Zaun zeugt von der Wucht des Aufpralls. Die Belastbarkeit des Schutzzaunes liegt bei 2000 Kilojoule. Dabei sei der Fels „nur" gerutscht, bei höherem Tempo hätte er auch auf der Straße landen können, hieß es aus dem Räumtrupp vor Ort. Für den Leiter des Baubezirksamtes Imst, Günther Heppke, habe der Schutzzaun jedenfalls „seine Funktion erfüllt". Es gebe exakte Berechnungen, welchen Belastungen die Konstruktion standhalten muss. „Die Sicherheit der Autofahrer war gewährleistet", sagte LHStv. Josef Geisler.

Die Instandsetzungsarbeiten dauern laut Christian Schatz von der Straßenmeisterei Ried voraussichtlich bis Freitag, 15. Februar. Der Felsbrocken muss, so Schatz, mit einem Schreitbagger abgetragen und der beschädigte Zaun ersetzt werden. Wie immer bei einer Sperre der L76 steht der Landecker Tunnel als Umfahrungsstraße mautfrei zur Verfügung. (hwe)