Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.03.2019


Bezirk Landeck

Neue Schlossgalerie in Landeck: Probebohrungen gestartet

Probebohrungen sollen Detailwissen für die Planungen der Landecker Schlossgalerie liefern. Vor wenigen Tagen war der Start.

Auf der Landecker Straße wird derzeit gebohrt. Die Bodenuntersuchungen dienen der Planung der Schlossgalerie.

© ReichleAuf der Landecker Straße wird derzeit gebohrt. Die Bodenuntersuchungen dienen der Planung der Schlossgalerie.



Von Matthias Reichle

Landeck – Ein mobiles Bohrgerät sorgt derzeit bei der südlichen Stadtausfahrt von Landeck für kurze Wartezeiten und neugierige Blicke der vorbeifahrenden Autofahrer. Was viele schon vermuteten, bestätigt Robert Zach von der Abteilung Verkehr und Straße des Landes auf Anfrage der TT: „Es sind Probebohrungen für die neue Schlossgalerie.“ An insgesamt acht Stellen nehmen die Bauexperten den Fels genau unter die Lupe. Bohrkerne, die aus bis zu 25 Metern Tiefe entnommen werden, liefern dazu wichtige Informationen.

Das Land hatte den Bau der Galerie auf der Landecker Straße im vergangenen Dezember angekündigt, nachdem die Felssturzereignisse auf der Strecke massiv zugenommen hatten. Es ist eine geologische Problemstelle. „Die technische Konstruktion ist aufwändig“, betont Zach. Wichtig ist der Zustand des Felsens, auf dem das 700 Meter lange Bauwerk gründet.

„In den Boden kann man von oben nicht hineinsehen. Bodenuntersuchungen sind bei so einem großen Bauwerk Stand der Technik“, erklärt Günter Guglberger, Leiter des Sachgebiets Brücken- und Tunnelbau. Sie zeigen, wie der Untergrund aufgebaut ist und ob sich möglicherweise Lockermaterial darunter befindet. Die Ergebnisse entscheidetn darüber, ob das Bauwerk tief oder flach fundamentiert werden muss und wie der Stein bergseitig abgetragen wird. Dass das Material unter der Erde so stark verwittert ist wie an der Oberfläche, glaubt Guglberger allerdings nicht.

Die Untersuchungen werden noch zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Bereits im vergangenen Herbst wurde mit Erkundungen für die Galerie begonnen, das Gelände wurde vermessen und geologisch kartiert, es wurden Steinschlagszenarien durchgerechnet, um zu entscheiden, ob ein Tunnel oder eine Galerie gebaut werden soll. Die Detailuntersuchungen sind notwendig, um das Projekt einreichfertig zu machen, so Guglberger. Zuletzt sprach man von einem Baubeginn 2020.




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