Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.03.2019


Bezirk Landeck

Bahnplaner hält an Linie Landeck – Engadin fest

Der anerkannte Regionalbahnexperte Paul Stopper ist vom Sinn und von der Machbarkeit der Verbindung von Landeck nach Scuol überzeugt.

Für den Regionalbahnhof Landeck-Zams wäre eine Verbindung ins Obergricht und weiter nach Schuls eine Aufwertun­g. Davon ist der Schweizer Experte Paul Stopper überzeugt.

© WenzelFür den Regionalbahnhof Landeck-Zams wäre eine Verbindung ins Obergricht und weiter nach Schuls eine Aufwertun­g. Davon ist der Schweizer Experte Paul Stopper überzeugt.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Bis zu 500 Pkw stündlich könnten mit der Fernpassbahn in die Skigebiete der Bezirke Imst und Landeck transportiert werden. Das hat der Schweizer Verkehrsplaner und Regionalbahnexperte Paul Stopper kürzlich bei seinem Tirol-Besuch erklärt. Die mehr als 100 Jahre alten Überlegungen ein­er Verbindung von Land­eck nach Scuol (Anschluss zur Rhätischen Bahn) könnten seiner Ansicht nach wie vor umgesetzt werden. Auch wenn sich der Siedlungsraum inzwischen massiv ausgedehnt habe.

Stopper orientiert sich an der Studie des Bau-, Verkehrs- und Forstdepartements im Kanton Graubünden. „Die Studie aus dem Jahr 2011 hat nichts an Aktualität verloren. Weite Teile der Bahnstrecke könnten immer noch parallel zur Reschenstraße geführt werden. Wobei der fünf Kilo­meter lange Abschnitt von Pfunds nach Martina schwierig sein wird.“ Wermutstropfen: Von offizieller österreichischer Seite habe er bisher null Interesse gesehen. „Der Ausbau einer Regionalbahn in das Dreiländereck Land­eck, Engadin und Vinschgau ist höchstens in Sonntags­reden zu hören.“

Die von anderen Bahninitiatoren (etwa Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit) favorisierte Trasse über den Reschenpass nach Mals würd­e er – wegen des großen Höhenunterschieds zwischen Pfunds und Nauders – nicht bauen, sagte Stopper. Stattdessen sei eine Verbindung vom Engadin in den Vinschgau anzustreben.

In der Schweizer Studie ist eine Variante der Reschenbahn zumindest angedacht. „Damit könnte die Anbindung an das Skigebiet Nauders verbessert werden“, heißt es. „Zudem könnte Nauders als Umsteigebahnhof von und nach Mals dienen.“

Zum Abschnitt Pfunds – Prutz (17 Kilometer) stellen die Studienautoren fest: „Die Trasse läuft größtenteils parallel zur Straße bzw. zum Inn.“ In Pfunds hätte der Bahnbau den Abbruch des öffentlichen Schwimmbades und der Tennisanlage zur Folge. In Ried müsste der Schnellstraßenanschluss verlegt werden. Die Bahnhaltestelle in Prutz wäre ein wichtiger Knoten für Umsteiger ins Kaunertal und auf das Sonnenplateau. Auch die Vision einer Verknüpfung mit dem Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis – mit Hilfe einer Gondelbahn – ist nachzulesen.

Woher sollen die Millionen für den Bau der Dreiländerbahn kommen, oder gar ein Milliardenbetrag? „Von der EU“, stellt Stopper klar. „Die EU hat Geld für derartige inner­alpine Projekte.“