Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.04.2019


Bezirk Kufstein

Lösungen für Stauchaos rund um die Festungsstadt gesucht

Bei einem runden Tisch wird die Verkehrssituation rund um Kufstein unter die Lupe genommen. Die Erwartungen sind unterschiedlich.



Kufstein – Elf Prozent mehr Verkehr auf der Bundesstraße durch Niederndorf – und die Stauorgien durch Kufstein sind ohnedies bereits altbekannt. Der Verkehr hat die Region rund um Kufstein fest im Griff, Gegenstrategien sind nur schwer zu finden. Über dem Ganzen schwebt noch das Damoklesschwert der geplanten deutschen Maut und der Verlängerung der Grenzkontrollen.

Was tun, lautet daher die Frage. Antworten darauf wollen NR Carmen Schimanek (FPÖ) und NR Josef Lettenbichler (ÖVP) gemeinsam mit betroffenen Bürgermeistern und Fachleuten, auch aus den zuständigen Ministerien, vor Ort bei einem runden Tisch finden. Es gebe bereits zahlreiche verschiedene Lösungsansätze, „wir wollen schauen, wer wann was machen kann“, sagt Lettenbichler. Schimanek ergänzt, dass es darum gehe, „Vorschläge und Ideen zu sammeln“.

Einen Vorschlag hat der Niederndorfer Bürgermeister Christian Ritzer auf alle Fälle bereits: „Ich hoffe, dass wir den Druck auf Verkehrsminister Norbert Hofer bezüglich der Vignettenbefreiung der Autobahn bis Kufstein-Süd erhöhen können. Gerade von dieser Partei wurde sie ja besonders fest versprochen.“

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel wiederum erwartet sich von der Bundespolitik Vorschläge, die Stadt lasse bereits, „alle Möglichkeiten prüfen, um den Verkehr durch Kufstein einzubremsen“.

Auch die Euregio Inntal wird bezüglich der Grenzkontrollen aktiv. Der Verein, vertreten durch Präsident Walter J. Mayr, mit knapp 66 Mitgliedergemeinden in Bayern und den Bezirken Kufstein und Kitzbühel fordert ein weiteres Mal in einem Brief den deutschen Innenminister Horst Seehofer auf, die Grenzkontrollen nicht noch einmal zu verlängern. Sie hätten drastische Auswirkungen durch den Ausweichverkehr auf die Region. (wo)