Letztes Update am Di, 16.04.2019 11:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖAMTC warnt

Multitasking am Steuer: Brille aufsetzen bedeutet 40 Meter Blindflug

Unachtsamkeit führt die Liste der Unfallursachen an, schon vermeintliche Kleinigkeiten wie zu essen oder eine Brille aufzusetzen beeinträchtigen die Konzentration. Im Osterurlaub können auch Kinder an Bord für ordentlich Ablenkung sorgen, hier ist Planung und Vorbereitung die wichtigste Devise.

(Symbolfoto)

© APA/dpa/Monika Skolimowska(Symbolfoto)



Innsbruck – Hier noch ein Schluck Kaffee nebenbei, da noch schnell das nächste Ziel im Navi eintippen – Ablenkungen am Steuer sind ebenso alltäglich wie gefährlich, warnt aktuell der ÖAMTC. Im Jahr 2017 führte Unachtsamkeit die Liste der Unfallursachen an, mehr als ein Drittel (38 Prozent) aller Unfälle mit Personenschaden war auf Ablenkung zurückzuführen. Längst nicht nur das Smartphone ist schuld daran, dass Abstand, Spurhaltung und Reaktionsgeschwindigkeit leiden.

„Man kann nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig und gleich gut bewältigen. Wendet man sich dem einen zu, leidet die Kapazität für das andere. Dazu gehören auch Nebenbeschäftigungen wie beispielsweise die Bedienung von Radio oder Bordcomputer, das Suchen und Aufsetzen einer Brille, das Öffnen einer Trinkflasche und Essen“, erklärt ÖAMTC-Psychologin Marion Seidenberger. Aufrütteln soll ein Echtfahrtversuch: „Ist man im Stadtgebiet unterwegs, also mit 30 bis 50 km/h, und nimmt eine Brille aus dem Etui und setzt sie auf, legt man in dieser Zeit im Schnitt eine ‚Blindfahrstrecke‘ von mindestens 40 Metern zurück – einige Testfahrer waren sogar über 100 Meter beschäftigt, ohne einen Blick auf die Fahrbahn zu werfen.“ Wer dazu außerdem beide Hände verwendet, kann bis zu sieben Sekunden „freihändig“ unterwegs sein.

Neben solchen Tätigkeiten können auch Beifahrer – insbesondere kleine Passagiere – für Ablenkung sorgen. Wenn zu Ostern wieder Reisen mit Kindern anstehen, rät Seidenberger zu einem ruhigen Fahrstil, fix eingeplanten Bewegungspausen nach etwa eineinhalb bis zwei Stunden Fahrzeit sowie möglichst viel Beschäftigung der Kleinen durch Filme, Lesestoff und Snacks. „Bei den ganz Kleinen könnte man auch die Fahrzeit auf deren Schlafzeit legen“, rät die Psychologin. (kla)

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