Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.04.2019


Bezirk Kufstein

Petition: 6000 fordern einen Bahntunnel für Kufstein

Es gibt immer mehr Unterstützer für die Petition an Verkehrsminister Norbert Hofer gegen eine offene neue Bahntrasse.

Derzeit ist noch offen, in welche Richtung die Weichen für die neue Bahntrasse gestellt werden.

© Getty Images/iStockphotoDerzeit ist noch offen, in welche Richtung die Weichen für die neue Bahntrasse gestellt werden.



Kufstein – Ohne Tunnel keine neue Bahntrasse – auf diesen einfachen Nenner ist die Forderung der Bürgerinitiative „Keine Trasse ohne Tunnel“ zu bringen. Die Bewohner der Ortsteile Zell, Morsbach und Hippbichl in Kufstein sind seit Monaten auf den Barrikaden. Seit im Juni des Vorjahrs ein Plan auftauchte, dass in diesem Bereich die neue Bahntrasse als Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel (Abschnit­t Rosenheim bis Schaftenau) offen geführt werden soll, laufen sie gegen die Pläne Sturm. Im Jänner legte man erstmals Unterschriftenlisten auf, um sie samt einer Petition nach Wien zu Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) zu schicken. Nach fünf Tagen waren es bereits 1000 Unterstützer, mittlerweile haben 6000 Personen die in der Stadt aufliegenden Listen bzw. die Online-Petition (www.keinetrasseohnetunnel.at) unterzeichnet. Laut Bernhard Henzinger von der Bürgerinitiative wird die Aktion fortgesetzt.

Während man also in Kufstein mobilmacht, diskutieren Deutsche Bahn (DB) und Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) bei diversen Foren weiter mit Anrainern und Politik. LA Alois Margreiter kann dabei über eine erfreuliche Entwicklung berichten. „Seit der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer in Rosenheim war, arbeitet die DB mit wesentlich mehr Nachdruck daran.“ Und Margreiter sieht auch für die Kufsteiner durchaus Licht am Ende eines Tunnels. Margreiter glaubt, dass letztlich eine Variante mit einer unterirdischen Lösung für Kufstein herauskommt. Im Sommer wird man fünf Trassenvorschläge präsentieren. Der Kundler SPÖ-Politiker Stephan Bertel kann hingegen an den Weiterbau der Trasse in Bayern noch nicht glauben. Ihm fehlt in Deutschland der Wille zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene. Auch Henzinger sieht noch keine Entwarnung: „Da hört man viel Widersprüchliches.“ Denn auch Henzinger fehlt der Glaube an die Verlegung der Güter: „Ich frage mich, warum fangen die nicht an?“ (wo)