Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Tauziehen um Bahnhof in Westendorf beendet: Parkplatz wird saniert

Nach jahrelangem Hin und Her wird nun der Parkplatz am Bahnhof in Westendorf erneuert. Die Gemeinde übernimmt damit einige Pflichten, will aber auch Barrierefreiheit. Die ÖBB lehnen hingegen ab.

Nach langjährigen Verhandlungen soll am Bahnhof Westendorf eine Park&Ride-Anlage entstehen.

© Angerer HaraldNach langjährigen Verhandlungen soll am Bahnhof Westendorf eine Park&Ride-Anlage entstehen.



Von Harald Angerer

Westendorf – Er ist schon lange kein Aushängeschild mehr für einen Tourismusort, der Parkplatz des Bahnhofs in Westendorf gleicht mehr einem Abenteuerpark als einer Abstellfläche für Autos. Schon seit Jahren verhandeln Gemeinde und die Österreichischen Bundesbahnen für eine Verbesserung der Situation. Nun hat die Gemeinde in dem Verhandlungspoker nachgegeben und den vorgelegten Vertrag der ÖBB angenommen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das Okay für eine Neugestaltung des Parkplatzes gegebe­n.

„Der Vertrag ist in ganz Österreich gleich. Ich habe Rücksprache mit anderen Bürgermeistern gehalten, die haben bestätigt, dass es hier nur diesen einen Vertrag der ÖBB gibt“, schildert Bürgermeisterin Annemarie Plieseis (WIR) in der Gemeinderatssitzung. Diese Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Gemeinde für den Winterdienst und die Grünanlagenpflege zuständig ist. Die Gesamtkosten liegen bei 516.000 Euro, davon muss die Gemeinde 25 Prozent übernehmen, 25 Prozent steuert das Land Tirol bei und die ÖBB übernehmen die restlichen 50 Prozent der Kosten.

Geplant ist eine Park&Ride-Anlage mit 69 Pkw-Stellplätzen, zwei Behindertenparkplätzen, weiteren 40 überdachten Fahrradabstellplätzen und 20 Plätzen für einspurige Fahrzeuge. Die Gemeinde möchte auch noch gerne absperrbare Flächen für E-Bikes. Darüber, ob auch eine Ladestation für E-Autos angebracht werden soll, war man sich im Gemeinderat nicht einig. Einig war man sich hingegen bei der Barrierefreiheit des Bahnhofes. „Natürlich haben die ÖBB brav zwei Behindertenparkplätze eingezeichnet, aber wie die Person mit Behinderung dann auf den anderen Bahnsteig kommt, weiß keiner“, ärgert sich Ersatzgemeinderat Jakob Schermer (Wirtschaft). Er spricht damit an, dass der Bahnhof zwar vor einigen Jahren saniert und umgebaut wurde, aber nicht barrierefrei ist. Hier will die Gemeinde nun bezüglich eines Liftes nachverhandeln.

Dazu kommt aber von Seiten der ÖBB eine klare Absage. „Für die Umsetzung der Barrierefreiheit gibt es ganz klar definierte Richtlinien, in denen u. a. Größe und Frequenz eine wichtige Rolle spielen. Diese Kriterien sind am Bahnhof Westendorf nicht gegeben“, erklärt ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair auf Anfrage der TT. Grundsätzlich sei man aber erfreut, dass es nach längeren Verhandlungen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates einen einstimmigen Beschluss für das von den ÖBB vorgelegte Grobkonzept für die Erweiterung der Park&Ride-Anlage am Bahnhof Westendorf gegeben hat. „Über die Details dazu gibt es im Mai eine finale Abstimmungsrunde zwischen den ÖBB und der Gemeinde Westendorf“, erklärt Gasser-Mair.

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