Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Bezirk Schwaz

Am zweiten Saisontag war Schluss für die Achsenseebahn

Aufgrund eines Materialproblems musste die Achenseebahn gestern per Tieflader ins Tal gebracht werden. Derzeit ist keine Lok einsatzbereit. Die Bahn steht still.

Die FF Jenbach half mit, die Lok von Fischl zurück ins Tal nach Jenbach zu bringen. Dafür waren sie sieben Stunden lang im Einsatz.

© zoom.tirolDie FF Jenbach half mit, die Lok von Fischl zurück ins Tal nach Jenbach zu bringen. Dafür waren sie sieben Stunden lang im Einsatz.



Von Eva-Maria Fankhauser

Jenbach – So hat man sich den Saisonstart bei der Achenseebahn nicht vorgestellt. Zuerst konnte die Bahn vier Tage lang nicht fahren, weil Ersatzteile verspätet geliefert wurden. Dann startete sie am 1. Mai in den Fahrbetrieb. Aber nur einen Tag später war schon wieder alles vorbei. Bei der letzten Fahrt war gestern in Fischl Endstation. Aufgrund eines technischen Gebrechens stand die Achenseebahn auf halber Strecke still. Personen kamen keine zu Schaden.

Es ist zum Verzweifeln. Geschäftsführer Georg Fuchshuber klingt bedrückt: „Das ist wohl höhere Gewalt.“ Die einzige Lok, die im Einsatz war, steht nun in der Werkstatt. Sieben Stunden lang waren gestern Feuerwehr, Polizei und ein Bergeunternehmen samt dem Achenseebahn-Personal ab etwa 17 Uhr damit beschäftigt, die Lok und die beiden Wagons von Fischl zurück nach Jenbach zu transportieren. Ein schwerer Kran musste anrücken, um die Bahn auf einen Tieflader zu verfrachten. Danach wurde der Sondertransport von Polizei und Feuerwehr nach Jenbach eskortiert. „Wir waren mit sieben Männern sieben Stunden lang im Einsatz“, berichtet Jenbachs FF-Kommandant Sebastian Atzl. Zudem habe man vom Bahnpersonal erfahren, dass gestern siebenmal angehalten werden musste, um kleinere Böschungsbrände selbst zu löschen.

Mit einem Kran wurde die Lok der Achenseebahn verladen.
Mit einem Kran wurde die Lok der Achenseebahn verladen.
- Zung

Laut Fuchshuber sei bei der Lok ein Materialproblem beim Kolben aufgetreten. „Das ist jenes Teil, das vor Kurzem erneuert wurde“, sagt er. Trotz aller Zertifizierungen und diverser Prüfungen sei es zu einem Schaden gekommen. Für Fuchshuber unverständlich. Die Reparaturarbeiten bei den anderen Loks sind noch nicht fertig. Somit ist derzeit keine fahrtauglich. Es wird wieder ein Schienenersatzverkehr mit Taxis angeboten. Wann die Achenseebahn wieder fährt, ist unklar. „Wenn so etwas passiert, kann man nicht einfach Material nachbestellen“, sagt er. Zuerst müsse man den Schaden genau erheben. Und das könne dauern.