Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Bezirk Reutte

e5 soll auch fünf E-Autos nach Reutte, Pflach und Lechaschau bringen

Gemeinsam mit Pflach und Lechaschau will die Marktgemeinde ein ökologisches Carsharing einführen.



Reutte, Pflach, Lechaschau – „Reutte macht es sicher – jetzt kommt es darauf an, ob auch Pflach und Lechaschau mitmachen werden“, erklärt der Amtsleiter der Marktgemeinde Reutte, Sebastian Weirather. Es geht um die Einführung eines großen, gemeinsamen E-Carsharings. „Fünf Fahrzeuge wären es im Endausbau“, hält Weirather fest, der zuletzt dem Gemeinderat einen Statusbericht zum Projekt e5 – „energieeffiziente Gemeinde“ – vorbrachte.

2017 ist die Marktgemeinde diesem e5-Netzwerk beigetreten und hat bereits zwei der insgesamt fünf „e“ im Rahmen eines Audits erhalten. Weirather als Verantwortlicher in der Marktgemeinde schielt bereits auf das dritte „e“. Und eine dieser dafür notwendigen Kriterien könnte das ökologische Carsharing sein, das mit der Regionalentwicklung Außerfern (REA) projektiert und von Land und EU gefördert würde.

Während man sich in Reutte bereits sicher ist, ein kommunales E-Fahrzeug außerhalb der Nutzung durch die Gemeindebediensteten den Bürgern anzubieten, muss Weirather in den Nachbargemeinden noch Überzeugungsarbeit leisten. In Pflach war er bereits vorstellig und wartet auf eine Entscheidung des Gemeindeparlaments, in Lechaschau wird er das Projekt im Rahmen der Gemeinderatssitzung kommende Woche vorstellen.

Dem Reuttener Gemeinderat hat er letzte Woche schon die Grundzüge vorgestellt. Ähnlich wie im Inntal (von Kufstein bis Zirl) sowie in Osttirol sollte ein Anbieter das Carsharing-System übernehmen. In Reutte sollten am Standort Sax-Areal zwei überdachte Parkplätze mit Ladestationen eingerichtet werden. Ein drittes E-Fahrzeug in Reutte sollte bei der Alpentherme stationiert werden. „Dort gibt es viele junge Familien“, ortet er dort einen guten Standort. Je ein weiteres E-Auto sollte dann auch noch in Lechaschau bzw. Pflach stehen.

„Die Fahrzeuge selbst sind das kleinste Problem – die sind in zwei bis drei Wochen lieferbar“, erläutert der e5-Beauftragte. Es gehe mehr um den Bau der Ladestationen. Am Sax-Areal sind zwei 22-kW-„Zapfsäulen“ geplant.

Die Kosten für die Marktgemeinde bei einem Fahrzeug samt Ladesäule, Organisation oder auch Marketing beziffert Weirather einmalig mit knapp 31.500 Euro, die laufenden Kosten würden jährlich 7,758,45 Euro ausmachen. Positiv: „Zudem ersetzt das E-Carsharing die Dienstfahrten und somit wird das Budget mit etwa 7500 Euro weniger belastet.“

Natürlich ist dieses Mobilitätsprojekt nicht das einzige laufende Projekt. Inzwischen hat die Gemeinde 60 Prozent der „Lichtpunkte“ auf LED umgerüstet – bis 2024 werde alles ausgetauscht sein. In Sachen Energieberatung wäre bei der Feuerwehr eine PV-Anlage im Rahmen der anstehenden Sanierung „sinnvoll“. Aufbauend auf das Radverkehrskonzept 2013 wird auch das Projekt „Pro-Byke“ verangetrieben. Geplant sind eine Re-Use-Sammlung, die Einrichtung einer Klima-Energie-Modellregion (KEM) sowie eines Energieleitbilds und eines Mikro-Öffis. (pascal)