Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Innsbruck-Land

Rund um den Verkehr ist in Zirl einiges in Bewegung

Radwegbrücke, Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet, Kreisverkehr an der Salzstraße: Eine Tour durch Zirl führte zu großen Verkehrsprojekten.

Die Rundfahrt mit Medienvertretern bestritten Mobilitätsausschuss-Obmann Georg Kapferer (l.) und BM Thomas Öfner im E-Auto.

© DomanigDie Rundfahrt mit Medienvertretern bestritten Mobilitätsausschuss-Obmann Georg Kapferer (l.) und BM Thomas Öfner im E-Auto.



Zirl – Der Verkehr ist und bleibt in Zirl Thema Nummer eins – und dabei „zwiespältig besetzt“, wie BM Thomas Öfner meint: „Meist wird Verkehr nur in Zusammenhang mit Belastung, Lärm und Dreck diskutiert.“ Zugleich sei die „strategisch geradezu geniale Lage“, was die Verkehrsanbindung betrifft, aber auch ein großer Standortvorteil für Zirl – und zum Beispiel ein wichtiger Faktor für Unternehmen, die sich im künftigen Gewerbe­gebiet „Zirler Wiesen“ ansiedeln wollen.

Das Gewerbegebiet war gestern auch einer der Schauplätze bei einer Rundfahrt mit Medienvertretern in Sachen „Mobilität und Verkehrs­sicherheit“. Nachdem die Aufsichtsbehörde der Aufnahme eines 1,45-Mio.-Euro-Darlehens zugestimmt hatte, konnten dort nun die Erschließungsarbeiten beginnen. Sie sollen – inklusive neuer Zufahrt und „gegabelter“ Erschließungsstraße – bis Oktober abgeschlossen sein, berichtet Walter Würtenberger, Leiter der Abteilung Bauamt/Infrastruktur. Schließlich wollen erste Betriebe noch heuer mit dem Bau beginnen.

Im Gewerbegebiet „Zirler Wiesen“ haben die Erschließungsarbeiten begonnen.
Im Gewerbegebiet „Zirler Wiesen“ haben die Erschließungsarbeiten begonnen.
- Domanig

Bewegung gibt es auch am Zirler Berg, was erste Maßnahmen gegen den Verkehrslärm an der Nordumfahrung angeht: Tempo 80 ist bereits seit einigen Monaten in Kraft, kommende Woche wird nun, wie berichtet, leiserer „Splittmastixasphalt“ aufgetragen (dazu wird der Zirler Berg am 7. Mai zwischen Kilometer 0,79 und 2,4 ganztägig gesperrt). Zugleich soll eine Fahrbahnverengung durch Straßenmarkierungen erfolgen. In der Folge sei zu prüfen, wie sich die bisherigen Maßnahmen ausgewirkt haben, so Öfner.

Deutlich Form angenommen hat bereits die neue Geh- und Radwegbrücke über den Inn, die Zirl direkt mit dem Inntal-Radweg in Unterperfuss verbinden wird. Bis 30. Juli soll das Bauwerk (Kostenpunkt: 1,65 Mio. Euro) fertig sein. 70 % trägt das Land Tirol, den Rest teilen sich Zirl, Kematen und Unterperfuss. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden inklusive Völs sei man zudem im Gespräch, wie die Radwege auch nach der Brücke optimiert werden können, sagt Öfner. Er hofft künftig auf mehr Radpendler Richtung Innsbruck.

Ein wichtiges Projekt für Zirl – und Inzing – ist auch der geplante neue Kreisverkehr, der die Einmündung von der Zirler Bahnhofstraße in die Salzstraße und somit die Anbindung der dortigen Gewerbe­gebiete verbessern soll. Hier läuft derzeit die Einreichplanung durch das Land.

Aktuell werden in Zirl ca. 80.000 Euro in die Modernisierung von Schutzwegen samt Beleuchtung investiert. „Grundhausaufgaben“ wie Straßensanierungen seie­n derzeit „budgettechnisch aber leider nicht möglich“, erklärt Mobilitätsausschuss-Obmann Georg Kapferer. Zusatzmittel seitens des Landes, wie etwa auch von Gemeinde­verbandspräsident Ernst Schöpf eingefordert, wären daher wichtig, sind sich Kapferer und Öfner einig. Diese sollten allerdings nicht aus dem Gemeindeausgleichsfonds kommen – vielmehr brauche es „frisches Geld“. (md)