Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.05.2019


Bezirk Kufstein

„Wilder Westen“ am Hauptbahnhof in Wörgl

Für den Wörgler Bahnhofsvorplatz muss eine neue Verkehrslösung gefunden werden. Vorschläge dazu verschwanden in der Schublade.

Autos auf der Bushaltestelle, geparkte Pkw auf der "Kiss-and-Ride-Spur". am Montagvormittag war die Situation vor dem Hauptbahnhof trotzdem entspannt, ansonsten stehen Busse und Pkw auch in zweiter Spur.

© OtterAutos auf der Bushaltestelle, geparkte Pkw auf der "Kiss-and-Ride-Spur". am Montagvormittag war die Situation vor dem Hauptbahnhof trotzdem entspannt, ansonsten stehen Busse und Pkw auch in zweiter Spur.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Pkw auf der Bushaltespur, verärgerte Lenker von Öffis, die Falschparker fotografieren und anzeigen, Busse, die die Kreuzung versperren, da sie nicht mehr in den Bahnhofsvorplatz einfahren können – Wörgls „Wilder Westen“ beginnt (verkehrstechnisch) am Hauptbahnhof. „So geht es nicht mehr weiter“, hört man von genervten Autofahrern und Buslenkern. Dabei gibt es schon lange Pläne für den Umbau des 1993 neu gestalteten Platzes – samt Entschärfung der Verkehrssituation. 2014 wurde dazu ein eigener Arbeitskreis gegründet, der auch seine Aufgabe löste, wie Gemeinderat Arthur Pohl (Freiheitliche Wörgler Liste, FWL) als Vorsitzender berichtet. Herausgekommen sei ein „Kompromissvorschlag“, so Pohl, der aber der Stadt viel zu teuer sei. 3,5 Mio. Euro müssten verbaut werden.

Das Projekt liege schon lange im Stadtamt, weist Pohl eine Säumigkeit seines Arbeitskreises zurück. „Bislang hat aber Bürgermeisterin Hedi Wechner den Vorschlag noch nicht dem Gemeinderat weitergeleitet“, bedauert der Mandatar. Die Folge sei, dass die ÖBB Wörgl nun im Bauzeitplan zurückgereiht habe.

Wobei Pohl ohnedies einen kostengünstigeren (rund 800.000 Euro teuren) Vorschlag parat hätte. Der Wörgler hat das Konzept für die Umgestaltung bereits 1993 erarbeitet. Nur habe man da später noch zusätzliche Pkw-Parkplätze „dazugequetscht“ – heraus gekommen ist die derzeitige Situation mit den beschriebenen Konflikten.

Pohl entwickelte sein ursprüngliches Konzept weiter, würde dabei Pkw und Busse sauber trennen und die bestehenden Bushaltestellen entlang des Angather Wegs vor dem Bahnhofsvorplatz für Pkw frei lassen. Das große Plus: Bei seinem Projekt würden der größte Teil des Parkes und die groß­e Fußgängerfläche bestehen bleiben. Beim „Kompromiss“ würde die Grünfläche wegkommen und der nun autofreie Bereich dürfte von den Bussen mitbenutzt werden.

Im Stadtamt sieht man die Vorplatzgestaltung im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Bahnhofstraße. Immerhin ringt man schon lange um eine Lösung für die Einkaufsstraße. Fußgängerzone, Begegnungszone oder derzeitige Regelung lassen, lauten hier die Fragen.

BM Hedi Wechner: „Im Zuge der Umgestaltung ist es das geplante Ziel, auch die Ädaptierung des Bahnhofsvorplatzes ins Auge zu fassen. Dazu werden in nächster Zeit Gespräche geführt.“ Bei der Bahn verweist man auf die ausstehende Entscheidung in Wörgl.