Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.05.2019


Osttirol

Vorhang wurde gelüftet: So sieht der neue Lienzer Bahnhof aus

Visualisierungen zeigen das Mobilitätszentrum in Lienz. Es bekommt einen luftigen Vorplatz, das historische Gebäude wird entkernt.

Visualisierungen zeigen die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes, einen Teil der Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung sowie das Bus-Terminal (siehe Bilder im Artikel).

© ostertag ARCHITECTSVisualisierungen zeigen die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes, einen Teil der Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung sowie das Bus-Terminal (siehe Bilder im Artikel).



Von Christoph Blassnig

Lienz – Das Mobilitätszentrum, das die ÖBB mit finanzieller Beteiligung der Stadt Lien­z und dem Land Tirol in der Osttiroler Bezirkshauptstadt umsetzen, soll zu einer zukunftssicheren Drehscheibe für alle Verkehrsteilnehmer werden. Die Wege von Bahn, Bus, Fußgängern, Radfahrern, Taxis und dem privaten Personenverkehr sollen an diesem zentralen Punkt verknüpft werden. An den projektierten Gesamtkosten von 29 Millionen Euro beteiligt sich die Stadt mit 16 Prozent, das Land trägt 29 Prozent. Die Bundesbahnen finanzieren mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) also gut die Hälfte der Investitionen.

In einer Abendveranstaltung am Campus Technik haben die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, der ÖBB-Infrastruktur-Regionalleiter Siegfried Moser, der für alle Bahnprojekte in Osttirol Verantwortliche Torsten Wastian und Architekt Marcus Ostertag den Zeitrahmen und die genauen Pläne öffentlich vorgestellt.

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Die Brücke über die Drau und die Parkflächen im Süden des Areals sollen bis September fertig gestellt werden. Die Arbeiten am Kernstück der neuen Nord-Süd-Verbindung in der Stadt, der Unterführung für Fußgänger und Radfahrer, sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Das historische Bahnhofsgebäude wird komplett umgebaut, äußerlich aber erhalten bleiben. Im Erdgeschoß werden das Kundenzentrum, der Wartebereich, ein Reisebüro und WC-Anlagen eingerichtet. Dort, wo früher das Bahnhofsrestaurant war, kommt ein Supermarkt hin.

Sowohl im Süden wie auch im Norden der Gleisanlagen werden Abstellflächen für die Fahrräder und Pkw von Bahnkunden errichtet. Das neue Bus-Terminal zwischen Bahnhof und Recyclingcenter wird über eine eigene Zufahrt an die B100 angebunden. Privatverkehr soll künftig ausschließlich über die jetzt östlichste Ausfahrt einfahren. Die aktuelle Hauptkreuzung soll nur noch der Ausfahrt aller Fahrzeuge dienen. „Die Planungen für den Anschluss an die Hauptverkehrsader B100 stehen erst bis Jahresende fest“, erklärte Siegfried Moser. „Wir bitten für die Zeit der Baumaßnahmen um Verständnis für die Einschränkungen im Verkehr.“

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Im Stöcklgebäude neben der Liebburg am Hauptplatz wird von 15. bis 29. Mai eine Sonderausstellung „Mobilitätszentrum“ eingerichtet. Von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr können sich Interessierte informieren.

Siegfried Moser, Elisabeth Blanik, Marcus Ostertag und Torsten Wastian (Mitte, v. l.) stellten sich dem Publikum.
Siegfried Moser, Elisabeth Blanik, Marcus Ostertag und Torsten Wastian (Mitte, v. l.) stellten sich dem Publikum.
- Brunner