Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 27.06.2019


Bezirk Schwaz

Schwazer ärgern sich über Parkgebühren

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© Thomas BöhmSymbolfoto.



Beim Thema Parken reicht es so manchem Schwazer nun allmählich. „Wäre das Parkhaus beim Königsfeld nicht schon genug Grund zur Aufregung, folgt nun eine weitere Thematik, bei der sich viele Schwazer betrogen fühlen", sagt eine Schwazerin. Denn ab September sollen im Parkhaus zwischen Sportplatz und Schwimmbad Gebühren eingehoben werden.

Bisher war das Parken dort gratis. Dass man nun plötzlich zahlen soll, erhitzt die Gemüter bei vielen Saisonkartenbesitzern des Schwimmbades und Sportlern. „Die Preise im Schwimmbad sind kein Schnäppchen, das sich jeder leisten kann, schon gar nicht eine ganze Familie", sagt eine Schwazerin.

Mit einem mehrheitlichen Beschluss hat sich der Gemeinderat für eine Gebühr ausgesprochen. Vorerst hieß es, dass vier Stunden kostenlos geparkt werden könn­e. Danach soll ein Euro pro Stunde anfallen. Auch ein Tageshöchsttarif sei angedacht. „Aber das ist noch nicht spruchreif und noch nicht ausgegoren. Die Besucher des Freibades oder der Sportanlagen können bis Herbst noch gratis parken", sagt Verkehrsreferent Emil Danler (FP). Und obwohl Danler der Ausschuss­obmann ist, stimmten er und seine Fraktion gegen den Beschluss. „Wir Freiheitlichen sind nicht grundsätzlich gegen Gebühren. Immerhin gibt es Leute, die ihr Auto quas­i im Parkhaus überwintern. Das ist für uns ein berechtigter Einwand. Aber es erhöht den Druck auf die Kurzparkzonen noch mehr", sagt Danler.

Er könne sich vorstellen, dass man z. B. Saisonkartenbesitzer des Schwimmbades von den Gebühren fürs Parken befreit. „Ich würde das sehr begrüßen", sagt Danler.

Auch die Beschwerden über das „im Eilverfahren durchgeboxte" Parkhaus am Königfeld reißen nicht ab. „Mitten im besten, zentralen Wohngebiet wird Grund für Autos statt Menschen verbraucht", ärgert sich ein Schwazer. „Das ist eine Errichtung sinnbefreiter Parkplätze ,befreundete­r' Unternehmer der Stadt. Es würde von gut geführter Stadtpolitik und Intelligenz zeugen, wenn man in die dringliche Förderung von leistbaren Wohnungen investieren würde", weist eine Schwazerin auf den knappen Wohnraum hin. ( Eva-Maria Fankhauser)