Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.07.2019


Bezirk Landeck

Lärmkulisse beim Perjentunnel überschreitet Grenzwert

Die Messungen vom 2. Mai zeigen: „Lärmsumme“ von der S16 und B171 ergibt mehr als 60 Dezibel für die Anrainer im Stanzer Ortsteil Stampfle.

Der Verkehrslärm am Perjentunnel-Westportal überschreitet den Grenzwert von 60 Dezibel, wenn der Lärm von der Bundesstraße B171 unterhalb der Arlbergschnellstraße S16 mitgerechnet wird. Die betroffenen Anrainer erwarten „ein nachhaltiges Maßnahmenpaket“.

© WenzelDer Verkehrslärm am Perjentunnel-Westportal überschreitet den Grenzwert von 60 Dezibel, wenn der Lärm von der Bundesstraße B171 unterhalb der Arlbergschnellstraße S16 mitgerechnet wird. Die betroffenen Anrainer erwarten „ein nachhaltiges Maßnahmenpaket“.



Von Helmut Wenzel

Stanz bei Landeck – Der Verdacht der Anrainer im Stanzer Ortsteil Stampfle – im Umfeld des Perjentunnel-Westportals – hat sich bestätigt: Sie müssen eine Lärmpegel-Überschreitung bei Tag und Nacht schlucken – seit Eröffnung der zweiten Perjentunnelröhre im Dezember 2018. Der Grenzwert tagsüber (6 bis 22 Uhr) ist mit 60 Dezibel festgesetzt, bei Nacht (22 bis 6 Uhr) mit 50 Dezibel.

Der Experte Martin Sölder hatte im Auftrag der Asfinag am 2. Mai zwei Mikrofone installiert, eines im Wohngebiet, das andere am Tunnelportal.

„Es ist eine Lärmuntersuchung in einem dreidimensionalen Geländemodell“, erläuterte Sölder.

Die jetzt vorliegenden Ergebnisse analysiert der Experte so: Separate Messungen an der Arlbergschnellstraße S16 ergaben einen Wert unter 60 Dezibel. Wird jedoch die zweite Lärmquelle, jene an der Tiroler Straße B171, dazugezählt, so überschreitet die „Lärmsumme“ den Grenzwert von 60 Dezibel. Das gleiche Szenario gelte laut Modellberechnung auch für den 50-Dezibel-Grenzwert in der Nacht. Dass die tägliche Frequenz beim Perjentunnel von derzeit mehr als 14.000 Fahrzeugen in den kommenden Jahren steigen werde, sei in den Berechnungen ebenfalls berücksichtigt worden.

Für die Asfinag erklärte Projektleiter Klaus Gspan am Montag: „Es wird demnächst Gespräche mit den betroffenen Anrainern geben.“ Über mögliche Maßnahmen zu reden, sei derzeit aber verfrüht. Grundsätzlich strebe die Asfinag langfristige Maßnahmen an. Unklar sei derzeit die Intensität des Verkehrslärms, „wenn beide Tunnelröhren im Vollbetrieb sind“. Ein Teil des Verkehrs werde sich dann auf die alte Bestandsröhre verlagern, die derzeit saniert wird. Die Sanierung soll noch bis März 2020 dauern. Andererseits spiele, so Gspan, auch das Tempo der Fahrzeuge bzw. Lkw eine Rolle bei der „Lärmerzeugung“. Unabhängig davon gebe es bereits Gespräche mit einer Spezialfirma, um „Problempunkte“ an der Fahrbahn zu sanieren.




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