Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 08.07.2019


Innsbruck

Es wird enger am Innsbrucker E-Scooter-Markt

Der zweite E-Scooter-Betreiber ist vor wenigen Tagen in Innsbruck offiziell gestartet. Insgesamt verspricht CIRC auch, acht Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen.

Steht ein Scooter im Lande: Dass die Fahrzeuge immer öfter einfach irgendwo abgestellt werden, ärgert viele Passanten.

© WinderSteht ein Scooter im Lande: Dass die Fahrzeuge immer öfter einfach irgendwo abgestellt werden, ärgert viele Passanten.



Innsbruck – Es war zu erwarten. Die Betreiber der elektrischen Roller (E-Scooter) geben in Innsbruck weiter Gas. Mit CIRC ist vor wenigen Tagen der zweite Anbieter in der Landeshauptstadt angefahren. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis auch hier fünf, sechs Betreiber um die Kunden rittern – so wie schon in vielen anderen Städten. CIRC will mit zusätzlichen Eigenschaften am Fahrzeug (etwa einem Handyhalter oder einer mechanischen Bremse) punkten. Und schafft durch seine Ansiedlung acht Arbeitsplätze. Dass Kunden die Scooter oft einfach in der Mitte des Gehsteigs abstellen und ihn dann nicht weiterbetreiben, das stört unterdessen etliche Passanten und Fußgänger.

Dem will der zweite Anbieter jetzt aber entschieden entgegentreten. Standort-Leiter Philipp Auer spricht da von „Relocating“. Sagt man wohl so in der Fachsprache und bedeutet nichts anderes, als dass die Mitarbeiter sich auch untertags darum kümmern sollen, dass die Fahrzeuge dort stehen, wo sie stehen sollen. Damit ist nicht nur gemeint, dass diese irgendwo im Weg sind, sondern auch, dass sie so platziert werden, dass möglichst viele Kunden einen kurzen Weg zum nächsten Roller haben. „Wir sehen in Innsbruck einen starken Markt vom Zentrum hinaus und im Zentrum selbst“, sagt Auer. Von außerhalb der Stadt ins Zentrum zu kommen, das sei dagegen nicht so gefragt. Das liege aber auch an der Beschränkung auf 150 Scooter je Betreiber. „Ein guter Wert, um zu starten“, wie Auer diplomatisch sagt. Man sei natürlich mit der Akkreditierungsvereinbarung der Stadt einverstanden gewesen. Wie berichtet, hat das Büro von Stadträtin Uschi Schwarzl vorab Regeln und Zonen aufgestellt, die Problemen Einhalt gebieten sollen. Allerdings müssen sich die Betreiber nicht daran halten. Bisher tun sie es aber.

Preislich gibt es keine Unterschiede zwischen den beiden bisherigen Anbietern. „Wir richten unser Angebot genauso an Touristen wie auch an Pendler. Wir wollen ein möglichst breites Kundenfeld“, sagt Auer. Man warte die Scooter in einer Halle in der Haller Straße selbst und garantiere dadurch optimale Sicherheit. Ob das Scooter-Geschäft nur eines für die warme Zeit sei? „Nein“, sagt Auer. Der außerdem von „weiteren Mobilitätsmodellen“ spricht, die in Zukunft auf Innsbruck zurollen. (mw)