Letztes Update am So, 14.07.2019 07:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Hochsaison: Baustellen immer noch umfangreicher

Neue Schwerpunkte für das Baustellenmanagement in Innsbruck: Radfahrer und Fußgänger sollen mehr berücksichtigt werden.

Im Bereich der Anichstraße in Innsbruck werden auch Fußgänger umgeleitet.

© Foto TT/Rudy De MoorIm Bereich der Anichstraße in Innsbruck werden auch Fußgänger umgeleitet.



Innsbruck – Während in Innsbruck gleichzeitig mit den Schulferien auch die Hauptsaison für Baustellen begann, starteten die Kommunalbetriebe (IKB) ihr bisher größtes Bürgerbeteiligungsprojekt für die Leitungssanierung in der Altstadt: Der „planungsbegleitende Dialog“, so Koordinator Eckart Pichler, wurde nun mit einem Treffen mit rund 150 Betroffenen eröffnet. In drei Kleingruppen aufgeteilt, sollen Anrainer, Tourismusvertreter und Wirtschaftstreibende in der Altstadt ihre jeweiligen Interessen vertreten und sich einbringen. Pichler: „Uns geht es darum, gemeinsam die besten Lösungsmöglichkeiten zu finden“, in etwa eineinhalb Jahren starten die Arbeiten. Viele fragen sich, welche Auswirkungen die Baustellen für Bewohner, Geschäftsinhaber, für Gastronomie und Tourismus haben werden, die Verunsicherung ist groß.

Betroffen sind laut Pichler die gesamte Herzog-Friedrich-Straße, die Pfarrgasse, der Dom­platz, die Hof-, Riesen- und Kiebachgasse sowie ein Teil der Schlossergasse. „Es kann aber noch mehr werden, dass noch andere Straßenzüge dazukommen.“ Bei dem Projekt gemeinsam mit der Tigas und Magenta Telekom unter der Federführung der IKB werden auch Glasfaserkabel verlegt.

Auch entlang der Bögen  werden Fußgänger durch mobile Zäune von den Bauarbeiten abgeschirmt.
Auch entlang der Bögen werden Fußgänger durch mobile Zäune von den Bauarbeiten abgeschirmt.
- Foto TT/Rudy De Moor

Bei der Stadt Innsbruck leitet seit Kurzem Martina Gura, auch bekannt für ihr Engagement bei der Radlobby Tirol, die regelmäßigen Besprechungen zur Baustellenkoordination. Leichtigkeit, Flüssigkeit und Sicherheit sind die Dogmen, nach denen man sich richte. Dabei geht es nicht nur um den Autoverkehr, sondern auch um die öffentlichen Verkehrsmittel, aber auch die Radfahrer und die Fußgänger. Ihre Belange sollen besser berücksichtigt werden.

Was die Straßenbaustellen in der Stadt betrifft, unterscheidet sich dieser Sommer kaum von anderen, meint Gura. „In jedem Jahr wird darüber diskutiert, dass es diesmal besonders viele, auf alle Fälle aber zu viele sind.“ Heuer sind allerdings mehrere besonders große Abschnitte dabei, wie der Hauptbahnhof oder die Anichstraße. „Und jedes Jahr“, so Gura, „erreicht man im Sommer den Punkt, wo keine weiteren Projekte mehr bewilligt werden können. Es ist nicht so, dass wir alle Vorhaben genehmigen, wie uns manche vorwerfen.“

Bagger statt Autos: Arbeiten in der Anichstraße
Bagger statt Autos: Arbeiten in der Anichstraße
- Foto TT/Rudy De Moor

Mit Beginn der Schulferien, wenn es zu den Spitzenzeiten weniger Busverkehr gibt, rund um die Schulen keine Elterntaxis unterwegs sind und auch die Zahl der Pendler sinkt, ist in der Stadt Baustellen-Hochsaison. Allerdings sind in dieser Zeit viele Touristen in der Stadt.

„Über Jahrzehnte lautete der Vorwurf, dass die Bauarbeiten in Innsbruck nicht koordiniert werden“, sagt Walter Zimmeter, Leiter des Tiefbauamts und Baudirektor-Stellvertreter. Tatsächlich sei es so, dass regelmäßig Treffen aller Zuständigen stattfinden, bei denen man sich aufeinander abstimme. Die Baustellen würden allerdings immer umfangreicher: „Um weniger oft aufzugraben, werden oft verschiedene Arbeiten gleichzeitig durchgeführt, was dann auch länger dauert.“ Vom Tiefbauamt werden rund 700 Baubescheide im Jahr erstellt, bei den meisten Projekten ist gar nicht die Stadt selbst, sondern sind IKB, Tigas mit Fernwärme und Telekommunikationsunternehmen beteiligt. (ms)

Am gesamten Areal vor und um den Hauptbahnhof werden umfangreiche Arbeiten durchgeführt.
Am gesamten Areal vor und um den Hauptbahnhof werden umfangreiche Arbeiten durchgeführt.
- Foto TT/Rudy De Moor