Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.07.2019


Tirol

Weniger Führerschein-Neulinge in Tirol

Immer weniger Jugendliche fahren in Tirol Moped.

© ShutterstockImmer weniger Jugendliche fahren in Tirol Moped.



Immer weniger junge Tiroler machen den Führerschein. Die Zahl der neu ausgestellten Scheine sank laut Statistik Austria in Tirol in den vergangenen Jahren sukzessive. Starteten im für die Fahrschulen starken Jahr 2010 noch 8748 Fahranfänger ins Autofahrerleben, so waren es im Vorjahr nur noch 7379 — also um 1369 Fahranfänger weniger. In den vergangenen sechs Jahren betrug der Rückgang rund sechs Prozent, wobei es von Jahr zu Jahr Schwankungen gab, rechnet Hannes Sappl vor. Er ist Fahrschulbesitzer in Kufstein und Vorsitzender der Fachvertretung der Fahrschulen in der Wirtschaftskammer Tirol.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Natürlich gibt es einen Rückgang, das lässt sich nicht leugnen. Aber dramatisch ist er nicht", lautet sein Befund. Geburtenschwache Jahrgänge und weniger Interesse am Schein in den Städten seien die Gründe für das Minus beim B-Schein. Allerdings konnten die heimischen Fahrschulen die Einbußen abfedern, sagt Sappl. Die Zahl der Mitarbeiter sei in den vergangenen fünf Jahren sogar um mehr als fünf Prozent auf 248 Beschäftigte gestiegen. 31 Fahrschulen gibt es derzeit im Land.

Kompensiert haben die Firmen die Einbußen mit Führerschein-Umschreibern, die für die Zulassung ihrer Fahrerlaubnis aus dem EU-Ausland eine Fahrprüfung machen müssen. Ein kräftiges Plus von 28 Prozent gab es seit 2015 zudem beim Motorradschein (A). Profitiert habe man außerdem davon, dass die Zahl der vorgeschriebenen Fahrstunden erhöht wurde. Wie viel die Branche umsetzt, dazu gebe es keine Statistik, sagt ­Sappl. Die B-Ausbildung koste im Schnitt rund 1500 Euro, in Innsbruck sei sie wettbewerbsbedingt etwas günstiger. Auch das Moped wird bei den Tiroler Jugendlichen immer unbeliebter. Wurden 2014 noch 3858 Scheine ausgestellt, so waren es im Vorjahr nur noch 3499 und um somit um 359 Moped-Neulinge weniger. Der größte Konkurrent des Mofas sei der weiterhin sehr beliebte L17-Schein, erklärt der Fahrschulinhaber.

Österreichweit ist der Trend derselbe. Die Zahl der B-Führerscheinprüfungen ist rückläufig, ein starkes Minus gibt es auch beim Lkw-und beim Moped-Schein. ­Steigender Beliebtheit erfreuen sich österreichweit hingegen die Motorräder. (wer)




Kommentieren


Schlagworte