Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 14.08.2019


Bezirk Schwaz

Baustelle auf Inntalautobahn bei Weer sorgt für Stau-Chaos

Stau auf der Autobahn – wegen der Brückenbaustelle bei Weer – verlagert sich vermehrt auf die Umlandgemeinden.

Auch im Ortskern von Terfens stand am Sonntag alles still.

© HußlAuch im Ortskern von Terfens stand am Sonntag alles still.



Von Eva-Maria Fankhauser

Weer, Pill, Terfens – Die Nerven vieler Autofahrer liegen blank. Seit vielen Wochen staut es tagtäglich bei der Baustelle auf der Autobahnbrücke bei Weer – und das nicht nur zu den Stoßzeiten oder an starken Urlauberreisetagen.

Die Asfinag muss die dortige Autobahnbrücke erneuern. Dazu wurde eine Behelfsbrücke errichtet, um den zweispurigen Verkehr in beiden Richtungen aufrechtzuerhalten. So war zumindest der Plan. Der hatte sich aber in Luft aufgelöst. Denn schon zum zweiten Mal sind Reparaturen an der Brücke nötig. Laut Asfinag-Pressesprecher Alexander Holzedl musste man dazu am Sonntag eine neue Verkehrsführung installieren, wodurch nur ein Fahrstreifen pro Richtung befahrbar war. „Deswegen kam es mittags zu Verzögerungen“, erklärt Holzedl. Die Verzögerungen hielten aber den ganzen Tag an, und auch schon am Freitag stand nur eine Spur für den Verkehr offen und es staute. Holzedl: „Die Reparaturarbeiten an der Behelfsbrücke sind in vollem Gange – in erster Linie müssen dort Schweißarbeiten durchgeführt werden. Die Dauer der Arbeiten kann derzeit nur schwer eingeschätzt werden.“

Der Stau am Sonntag legte nicht nur den Verkehr auf der A12 lahm, sondern auch auf den umliegenden Landes- und Bundesstraßen. „Für uns ist das in Pill eine gewaltige Belastung. Wir bekommen es immer zu spüren, wenn auf der Autobahn Stau ist, dann weichen viele über Pill aus. Durch die Baustelle ist es heuer noch mehr geworden“, sagt BM Hannes Fender. Auf der Ausweichroute liegt auch Weer. „Stau ohne Ende“, kommentiert der Weerer BM Markus Zijerveld die Situation. Der Ausweichverkehr sei ein großes Problem für die umliegenden Gemeinden. „Teils kommt man gar nicht mehr weiter. Ich bin am Sonntag kaum von Terfens nach Weer gekommen“, sagt er. Denn auch in Terfens war alles verstopft. „Es war ein Chaos, manche versuchten sogar, im Stau noch zu überholen“, berichtet VBM Hans Hußl aus Terfens. Er versteht nicht, wieso die Behelfsbrücke dem Verkehr schon zum zweiten Mal nicht mehr standhält. „Das ist schon brutal.“ Er hat genug von dem Stau und organisiert ein Treffen mit den anderen Gemeindevertretern. „Wir müssen etwas unternehmen“, sagt er. Sperren für den Urlauberreiseverkehr, wie in anderen Bezirken bereits üblich, seien laut ihm auch hier wünschenswert. Immerhin dauere die Baustelle noch rund eineinhalb Jahre.