Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 02.09.2019


Bezirk Reutte

Bis zu 140 Tonnen Müll pro Jahr entlang der Fernpassstrecke

Der allwöchentliche Urlaubertransit überlastet nicht nur die Fernpassstraße – die Hinterlassenschaften belasten auch das Baubezirksamt Reutte mit Entsorgungskosten.

Der Rast- und Umkehrplatz im Süden von Reutte wurde zuletzt mit einem Zaun abegsichert.

© PaschingerDer Rast- und Umkehrplatz im Süden von Reutte wurde zuletzt mit einem Zaun abegsichert.



Von Alexander Paschinger

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Reutte – Mit schwerem Gerät wurde unlängst am Umkehr- und Rastplatz bei der Abfahrt zur Burgenwelt Ehrenberg aufgefahren: Radlader und Bagger waren an jenem Montagmorgen angerollt, um die Ausfahrt gegen das angrenzende Gebüsch mit einem Zaun abzusichern. Nebenbei versahen die Mitarbeiter des Baubezirksamtes die Arbeit, die jedes Wochenende anfällt: nicht nur das Entleeren der Mistkübel, sondern das Zusammensammeln des Unrates rund um das ganze Gelände. „Eine Stunde sind wir hier jetzt schon dran“, sagt einer der Arbeiter. Und: „Das wird immer schlimmer. Das müssen wir jetzt schon zwei-, dreimal in der Woche machen.“

Der Zaun, der inzwischen schon steht und an dem das Landesplakat prangt, dass die Fernpassstraße „kein Müllplatz“ sei, hat übrigens einen ganz speziellen Grund: „Der ist gegen den Fuchs.“ Keine Frage, wenn die Müllkübel nicht nur überquellen, sondern sich auch davor und seitlich die Hinterlassenschaften der Reisenden türmen, dann ist das für den kleinen Jäger ein buchstäblich gefundenes Fressen. Die Folgen sind ebenso klar – der Fuchs schleift sie ins Gebüsch, zerreißt die Säcke und verstreut den ganzen Abfall über die angrenzenden Wiesen. So ist der Zaun auch ein Schutz für die Grundeigentümer, die immer wieder damit konfrontiert sind.

Wobei Wolfgang Haas als Leiter des Reuttener Baubezirksamtes festhält, dass es nicht nur der Urlaubertransit ist, der für unschöne Bilder entlang der Fernpassstraße sorgt: „Es ist schon auch einiges an Hausmüll dabei“, appelliert er, illegale Müllentsorgungen zu unterlassen. Und er betont auch, dass es nicht erlaubt ist, den Abfall aus dem Auto zu werfen.

Randvolle Mistkübel am Rastplatz.
Randvolle Mistkübel am Rastplatz.
- Paschinger

Der Aufwand ist für das Baubezirksamt nämlich enorm: Zwei- bis dreimal wöchentlich werden die Rastplätze angefahren und die Mistkübel geleert. „Und dann werden auch mindestens zweimal im Jahr alle Straßen abgefahren und entlang der Strecken die Hinterlassenschaften aufgesammelt“, erklärt Haas. Das Lechtal macht da ungefähr zehn Prozent des Aufwandes aus – grob 90 Prozent entfallen auf die Straßenzüge entlang der Fernpassstrecke, die laut Verkehrsbericht des Landes von 2018 im Durchschnitt tagtäglich rund 14.100 Fahrzeuge aufwies.

„In unserem Aufgabenbereich kommen pro Jahr zwischen 120 und 140 Tonnen Müll zusammen, die von uns entsorgt werden müssen“, sagt Haas. Die Kosten dafür betragen zwischen 40.000 und 45.000 Euro. Allerdings ist das noch nicht alles: „Rechnen wir Entsorgungskosten und Personalaufwand zusammen, dann hat das im Vorjahr 115.000 Euro gekostet.“