Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Osttirol

Kreisverkehr in Dölsach bleibt ein Wunschtraum

Die Gemeinde hätte statt der Kreuzung an der B 100 gerne einen Kreisverkehr. Doch das Verkehrsaufkommen spricht dagegen.

Wer vom Dölsacher Bahnhof über die B 100 ins Dorfzentrum fahren will, tut sich oft schwer. Doch einen Kreisverkehr rechtfertigt das nicht.

© OblasserWer vom Dölsacher Bahnhof über die B 100 ins Dorfzentrum fahren will, tut sich oft schwer. Doch einen Kreisverkehr rechtfertigt das nicht.



Von Catharina Oblasser

Dölsach – Eine Bundesstraße und eine Gemeindestraße kreuzen einander beim ehemaligen „Kreuzwirt“ in der Mitte von Dölsach: Einerseits die stark befahrene Drautal Bundesstraße B 100 in Ost-West-Richtung und andererseits die Bahnhofstraße, die in Nord-Süd-Richtung von der Zughaltestelle Dölsach über die B 100 bis zum Gemeindeamt und zur Kirche führt. Für Fahrzeuge auf der Gemeindestraße ist das Überqueren der B 100 und vor allem das Linksabbiegen oft nicht einfach. Es heißt lange warten, während sich Autokolonnen auf der Drautal Bundesstraße in beide Richtungen bewegen.

„Ein Kreisverkehr wäre besser“, sagt der Dölsacher Bürgermeister Josef Mair. „Das wünschen sich nicht nur die Gemeindeverantwortlichen, sondern auch die Anrainer.“ Dass ein Kreisverkehr in Tirol eine Mindestgröße haben muss, weiß Josef Mair. „Der Platz wäre vorhanden. Wir haben einen Verkehrsplaner mit der Ausarbeitung eines Vorschlags beauftragt.“ Das Verkehrsaufkommen auf der B 100 steige, das Queren dieser Hauptverkehrsachse würde immer schwieriger und umständlicher, begründet der Bürgermeister den Wunsch.

Erfüllen wird sich dieser aber nicht, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirks­amtes Lienz. „Wir haben Verkehrszählungen an der Kreuzung gemacht. Daraus ergab sich, dass die B 100 im Vergleich zur Gemeindestraße so dominant ist, dass ein Kreisverkehr keinen Sinn hat.“ Im Klartext: Auf der Bahnhofstraße, also in Nord-Süd-Richtung, fahren im Vergleich zur B 100 nur sehr selten Fahrzeuge. Es wäre kontraproduktiv, für diese wenigen einen Kreisverkehr zu bauen. Umso mehr, als eine solche Anlage sehr teuer ist.

Zum Thema Linksabbiegen von der Bahnhofstraße auf die B 100 meint Harald Haider: „Das ist generell oft ein Problem, nicht nur in Dölsach.“

Das heißt aber nicht, dass die Kreuzung so bleiben soll, wie sie ist. „Die Verbesserung ist sehr wohl ein Thema. Aber was genau gemacht werden könnte, wissen wir noch nicht“, meint der Leiter des Baubezirksamtes.