Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.09.2019


Bezirk Kitzbühel

Begegnungszone in St. Johann wird oftmals zur Rennstrecke

Ein Rechtsabbiegeverbot in die Speckbacherstraße soll nun von einem Gutachter geprüft werden, ehe der Verkehrsausschuss tagt.

Von der Poststraße (rechts im Bild) kommend soll durch ein Rechtsabbiegeverbot in die Speckbacherstraße Rasern Einhalt geboten werden.

© Michael MaderVon der Poststraße (rechts im Bild) kommend soll durch ein Rechtsabbiegeverbot in die Speckbacherstraße Rasern Einhalt geboten werden.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Mit einem Dringlichkeitsantrag sorgte der parteifreie Gemeindevorstand Heribert Mariacher in der jüngsten Gemeinderatssitzung für ein wenig Aufregung. „Es ist katastrophal, wie in der Speckbacherstraße gefahren wird. Als Spaziergänger ist man gefährdet“, sagt Mariacher nach einem Lokalaugenschein und fordert wegen Gefahr im Verzug ein sofortiges Rechtsabbiegeverbot von der Poststraße in die Speckbacherstraße. Doch nicht die Behauptung sorgte für Unmut, die wird von Vizebürgermeister Georg Zimmermann (ÖVP) sogar bestätigt, sondern der mündliche Antrag. „So etwas ist im Verkehrsausschuss zu behandeln, in dem du ja vertreten bist. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder anfängt, dringliche Anträge einzubringen?“, ärgerte sich der Obmann des Verkehrsausschusses, Vizebürgermeister Alois Foidl (ÖVP). Es sei sein gutes Recht, dies zu tun, konterte Mariacher, und der Verkehrsausschuss tage halt nur sehr selten. Auch Bürgermeister Hubert Almberger (ÖVP) stimmte zu, dass eine Begegnungszone in diesem Bereich so keinen Sinn mache. „Die Begegnungszone funktioniert sehr gut, es sind nur ein paar, die Probleme verursachen. Die Polizei soll sich mit dem Radar dorthin stellen“, warf Gemeinderat Peter Wallner (SoLi) ein. Gemeinderätin Maria Strele (Grüne) regte an, die Aufstellung von Radarkästen zu überdenken. Wörgl habe ja auch ganz viele davon.

Als Amtsleiter Ernst Hofer einwarf, dass es für ein Rechtsabbiegeverbot ein verkehrstechnisches Gutachten brauche, ansonsten die Umsetzung des Beschlusses rechtswidrig wäre, einigte man sich darauf, dass sich der Verkehrsausschuss in der Oktobersitzung damit befassen soll. Bis dahin sollte auch das Gutachten vorliegen.

Kleiner Schönheitsfehler: Da Mariacher zwar für den Kompromiss war, seinen Antrag aber nicht zurückgezogen hat, hätte zuerst darüber abgestimmt werden müssen, ob diesem die Dringlichkeit zuerkannt wird.

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