Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.09.2019


Bezirk Imst

Bürgerbeteiligungsprozess zur Zukunft der Mobilität im Ötztal

Die Belastung durch die An- und Abreise von Touristen sowie durch hausgemachten Verkehr von Einheimischen ist bekannt. Jetzt geht man in die Offensive und startet einen Bürgerbeteiligungsprozess.

Die Ötztaler sollen in Ortsgesprächen kundtun, wie sie den Verkehr wahrnehmen. Am Ende sollen verkehrslenkende Maßnahmen entstehen.

© ParthDie Ötztaler sollen in Ortsgesprächen kundtun, wie sie den Verkehr wahrnehmen. Am Ende sollen verkehrslenkende Maßnahmen entstehen.



Von Thomas Parth

Oetz – Die Bergbahnen, der Ötztal Tourismus und der Planungsverband Ötztal mit allen Gemeinden werfen sich gemeinsam in die Waagschale und starten einen Prozess, um die Verkehrsbelastung langfristig in den Griff zu bekommen.

„Wir brauchen weniger Verkehr und mehr Mobilität“, betont Andreas Knapp, ehemaliger Manager des VVT (Verkehrsverbund Tirol) und jetziger Prozessbegleiter der „Mobilitätsstrategie Ötztal 2030“. „Wir haben bewusst die kommenden elf Jahre als Wirkungszeitraum gewählt, weil wir einen Kulturwandel anstreben. Die Kinder, die jetzt mit sechs Jahren in die Schule kommen, machen in elf Jahren mit 17 ihren Führerschein. Bis dahin wird Mobilität im Ötztal neu gedacht.“

Die Bergbahnen und der Ötztal Tourismus bezahlen schon heute einen stattlichen Beitrag an den Verkehrsverbund. Dennoch werden, speziell von Einheimischen, die Angebote des öffentlichen Verkehrs zu wenig angenommen. „Bei Gästen ist die Bereitschaft, auf Öffis umzusteigen, viel höher als bei Einheimischen“, erkennt etwa Touristiker Lukas Scheiber.

„Schuldzuweisungen, wer welchen Verkehr erzeugt, helfen uns hier nicht weiter“, unterstreicht Bernhard Riml, Obmann des Ötztal Tourismus. „Einer alleine richtet auch nichts aus, darum haben wir uns alle zusammengetan und laden die Bevölkerung ein, ihre Ideen mit einzubringen“, so BM Hansjörg Falkner aus Oetz. Bereits am 10. Oktober wird dazu ein „Mobilitätscafé“ in Längenfeld stattfinden, informiert Marion Amort. Sie leitet den Bürgerbeteiligungsprozess, der am 17. Oktober im Gemeindesaal in Oetz stattfinden wird. „Alle, die konstruktiv mitarbeiten möchten, sind herzlich dazu eingeladen“, unterstreicht BM Falkner.

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Es werde weiters Mobilitätsstammtische für Jugendliche, Gewerbetreibende und Touristiker geben. „Am Ende soll ein Maßnahmenplan entstehen“, hofft Amort.




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