Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.09.2019


Bezirk Landeck

„Schalldämpfer“ für Anrainer in Stanz ohne Wirkung

Für Asfinag-Projektleiter Klaus Gspan sind die Beschwerden nicht nachvollziehbar.

Ausfahrt Perjentunnel II, Westportal: Anrainer der Siedlung Stampfle (Gemeinde Stanz) klagen weiterhin über Lärmbelästigung. Mit den jüngsten baulichen Maßnahmen der Asfinag habe sich nichts verbessert.

© WenzelAusfahrt Perjentunnel II, Westportal: Anrainer der Siedlung Stampfle (Gemeinde Stanz) klagen weiterhin über Lärmbelästigung. Mit den jüngsten baulichen Maßnahmen der Asfinag habe sich nichts verbessert.



Stanz — Die Lärmbelastungen im Umfeld des Perjentunnel-Westportals (Arlbergschnellstraße S16) dauern an. Anrainer in der Stanzer Siedlung Stampfle sind nicht bereit, das Ergebnis der lärmtechnischen Untersuchungen vom August — die TT berichtete — zu schlucken. Die Asfinag hatte eine „geringfügige“ Überschreitung des Lärmpegel-Grenzwertes von 60 Dezibel (dB) ermittelt. Der Wert ergebe sich allerdings nur bei einer Addition von drei Lärmquellen — S 16, Tiroler Bundesstraße und Eisenbahn. Weil der Verkehr auf der S 16 für sich genommen weniger als 60 dB produziere, „besteht keine Möglichkeit zur Förderung von passiven Lärmschutzmaßnahmen“, teilte die Asfinag den Anrainern im August mit.

Die jüngste bauliche Maßnahme der Asfinag sei „jedenfalls ohne Schalldämpfer-Wirkung“ geblieben, schildert Anrainer Alexander Rinner. Am schlimmsten sei es in den frühen Morgenstunden, „wenn pausenlos Lkw unterwegs sind“. In seinem Wohnhaus habe er 65 dB feststellen müssen. „Ich kann nur bestätigen, dass es mit dem Holpern nicht besser geworden ist“, resümierte er kürzlich.

Für Asfinag-Projektleiter Klaus Gspan ist das allerdings nicht nachvollziehbar: „Wir haben in einer aufwändigen Nachtaktion die Fahrbahnübergänge und Fugen beim Portal und weit in den Tunnel hinein befüllt. Damit ist auch eine Zusage gegenüber den Anrainern eingelöst worden.“ Das „Klack-Geräusch“, über welches sich die Anrainer beschwerten, sollte nicht mehr zu hören sein, so Gspan.

Eine private Lärmmessung um 5.20 Uhr ergab 65 Dezibel, der Grenzwert liegt bei 60 Dezibel.
Eine private Lärmmessung um 5.20 Uhr ergab 65 Dezibel, der Grenzwert liegt bei 60 Dezibel.
- Rinner

Die Asfinag werde sich trotz alledem „an weitere Lösungen im Sinne der Stampfle-Siedlung herantasten“. Um die Anrainer-Schilderungen verifizieren zu können, müsste eine weitere lärmtechnische Untersuchung gemacht werden, sagte der Asfinag-Projektleiter. (hwe)

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