Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.10.2019


Bezirk Schwaz

Unmut in Schwaz: „Viele können es sich nicht leisten, dort zu parken“

Viele Mitarbeiter von Läden in der Schwazer Innenstadt müssen einpendeln. Doch ein Gratis-Parkplatz wurde ihnen nun genommen.

Die Gebührenpflicht in der Hoch­garage sorgt für Unmut.

© FankhauserDie Gebührenpflicht in der Hoch­garage sorgt für Unmut.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Der Ärger über die seit 1. Oktober gebührenpflichtige Hochgarage neben dem Schwazer Schwimmbad nimmt weiter zu. Nicht nur die Sporttreibenden und Saisonkartenbesitzer beschweren sich über die Kosten, sondern auch die Dauerparker.

Wie BM Hans Lintner in einer Sitzung erklärte, wolle man die Dauerparker aussperren, sprich jene, die dort ihr Zweitauto ganzjährig abstellen.

Doch als Dauerparker sehen sich auch jene, die täglich nach Schwaz einpendeln und in der Stadt arbeiten. „Wenn man in Rotholz, Gallzein, Vomperberg oder ähnlichen umliegenden Siedlungen wohnt, ist es oft nicht möglich, mit Öffis pünktlich und zeitschonend in die Arbeit zu kommen“, meint eine Betroffene. Ohne Auto gehe es nicht. „Aber wo in Schwaz kann man während der Arbeitszeit noch kostengünstig parken?“, fragt sie. Die Warteliste in der Stadtgarage sei lang. Zu lang. Andere Garagen seien wiederum zu teuer. „Für eine Verkäuferin mit Kollektivlohn ist das bei den derzeitigen Wohnungs- und Lebensunterhaltskosten nicht leistbar“, stellt sie klar. Der Parkplatz bei der Esso-Tankstelle sei bisher immer überfüllt gewesen und nun auch gebührenpflichtig. „Da blieb nur noch die Garage beim Schwimmbad.“ Dort zu parken könne sich aber nicht jeder leisten: „Das schlägt monatlich mit 180 bis 220 Euro zu Buche. Das ist für viele unmöglich. Es braucht eine leistbare Lösung für Dauerparker, für berufstätige Steuerzahler.“

Sie schlägt vor, in den vorhandenen Garagen der Stadt den Mitarbeitern der Stadtgeschäfte Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Ein geringer Monatsbeitrag sei für die Innenstadtkaufmannschaft laut ihr durchaus leistbar. „Und ich bin davon überzeugt, dass ein solches Angebot gerne angenommen wird.“

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BM Lintner verweist bei der Stellplatzfrage immer wieder – auch auf Anfrage einer betroffenen Pendlerin – auf „rund 500 kostenfreie Parkplätze“ östlich der Marktstraße. „Wir haben diese 500 Stellplätze gesucht und wurden nur beim Friedhof fündig. Da sind aber auch keine 500. Und der Weg ins Stadtzentrum ist dann zu weit“, sagt sie. Lösung sei das keine, es würde das Problem nur verlagern. Zu einer lebendigen Innenstadt zählen laut ihr nicht nur Besucher und Bewohner, sondern auch die Mitarbeiter der Geschäfte.




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