Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.10.2019


Bezirk Imst

Verkehrskonzept für das Ötztal: Bürgerabend in Oetz

Nach der Präsentation der Projektbegleiter findet am Donnerstag der erste Bürgerabend in Oetz statt. Der Prozess soll rasch „vom Reden ins Tun“ kommen, weisen die Mobilitätsexperten auf die Dringlichkeit hin.

In Oetz findet am Donnerstag um 19 Uhr im Saal „Ez“ der erste Bürgerabend zum Verkehr statt.

© ParthIn Oetz findet am Donnerstag um 19 Uhr im Saal „Ez“ der erste Bürgerabend zum Verkehr statt.



Von Thomas Parth

Ötztal – Die Mobilitätsstrategie „Ötztal 2030“ nimmt diese Woche weiter Fahrt auf. Nachdem bereits der Koordinator, Andreas Knapp, von den Partnern Ötztal Tourismus, den Ötztaler Gemeinden und Bergbahnen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, startet nun die Bürgerbeteiligung. Am Donnerstag, den 17. Oktober, um 19 Uhr findet im Saal „Ez“ in Oetz der erste Abend zur Mobilität im Ötztal statt. Bei diesem Treffen soll der Startschuss für einen Ideenaustausch zwischen Experten, Betroffenen und Verursachern zum Thema Verkehr fallen. „Wir sind quer durch die Republik, aber auch durch die Nachbarländer gefahren, um uns Praxisbeispiele von Verkehrslösungen anzusehen“, zeigt Andreas Knapp von „Ötztal 2030“ auf. Sein Arbeitsplatz befindet sich aktuell im Gebäude der Ötztaler Verkehrsgesellschaft in Ötztal-Bahnhof. „Vieles, was wir tun, ist nicht schlecht, aber durch Ideen, die man sich andernorts holt, kann sich die gesamte Region verbessern“, legt Ötztaler-Geschäftsführer Franz Sailer dar. Kaum eine Tourismusregion biete etwa flächendeckend Busse mit Fahrradanhängern an. „Wir sind zwar nicht die Speerspitze, aber als Region sind wir vorne mit dabei, wenn es um die Entwicklung einer Mobilitätsstrategie geht. In den vergangenen Jahren konnte das Ötztal dahingehend entwickelt werden, dass wir wirtschaftlich attraktiv und kein Abwanderungsgebiet sind. Ein Großteil der Bevölkerung sieht das Tal als großartigen Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum“, bekennt sich Sailer zum Ötztal. „Was wir tun wollen, ist nicht, die Megakeule auszupacken. Wir wollen kleinere Projekte umsetzen und sichtbar machen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt“, erläutert Knapp. Ihm ist es wichtig, „alle Leute mitzunehmen“, wie er sagt und „was wir tun, ist kein Placebo“.

Ein generelles Umdenken müsse sich langfristig breitmachen. Bereits bei der Baulandumwidmung über den Einreichplan sei es unerlässlich, dass sich Gemeinden Gedanken über die Auswirkungen von Wohnbauten, Gewerbegebieten oder Schulen auf den Verkehr machen. „Wenn uns noch vor zehn Jahren jemand erzählt hätte, dass ein Teil der Zukunft des Individualverkehrs im Radlfahren liegt, hätten viele von uns den Kopf geschüttelt. Heute, im Sog der Greta-Bewegung (Greta Thunberg, Anm.) scheint einiges möglich“, zeigt Sailer auf.

„Der Ötztaler braucht Ergebnisse. Er will etwas sehen, das funktioniert“, so Sailer: „Wir müssen vom Reden ins Tun kommen.“ Sailer schwebt zuerst ein öffentlicher Ausbau der Infrastruktur wie z. B. Ladestationen für Elektroautos vor. Andreas Knapp weist auf verschließbare Radboxen hin, wo Radfahrer ihre teuren E-Bikes sicher verwahren können, während sie mit dem Zug zur Arbeit fahren.

„Ich bin vor dem Diskussionsabend in Oetz positiv eingestellt. Es gibt viele Zugänge zu dem Thema und sicher auch Ideen, die uns einer Lösung näher bringen können“, schließt Knapp.

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Wie die TT von Prozessbegleiterin Marion Amort in Erfahrung bringen konnte, wird es einen gut halbstündigen Impulsvortrag und eine eineinhalbstündige Diskussion am Donnerstagabend geben.