Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Bezirk Imst

Großer Andrang beim ersten Bürgerabend in Oetz

Die Mobilitätsstrategie „Ötztal 2030“ bindet Bürger ein, um aktiv Lösungen zu erarbeiten. Selbst wenn Frust und Ärger groß sind.

Schätzungsweise 200 Oetzer Gemeindebürger haben sich am ersten Bürgerabend zum Thema Verkehr ihre Gedanken gemacht.

© ParthSchätzungsweise 200 Oetzer Gemeindebürger haben sich am ersten Bürgerabend zum Thema Verkehr ihre Gedanken gemacht.



Von Thomas Parth

Oetz – Die Verkehrsstrategie „Ötztal 2030“, initiiert durch alle fünf Ötztaler Gemeinden, Bergbahnen und Ötztal Tourismus, möchte „mehr Mobilität statt Verkehr“, wie Koordinator Andreas Knapp eingangs formulierte. Dass der Verkehr ein wachsendes Problem darstellt, welches auch zunehmend von den Einheimischen äußerst kritisch gesehen wird, wurde allen Teilnehmern bereits vor dem ersten Bürgerabend in Erinnerung gerufen. Per Transparent und Flyer machten einige Betroffene ihrem Ärger Luft.

Die Stimmung im Saal „Ez“ war zweifellos angespannt, denn es war nicht klar, ob alle Anwesenden an einem ruhigen Ablauf des ersten Bürgerbeteiligungsabends interessiert waren. In seiner Begrüßung mahnte BM Hansjörg Falkner zu konstruktiver Mitarbeit: „Mit Schimpfen alleine haben wir noch nichts gewonnen.“ Danach nahm Marion Amort die Zügel in die Hand und führte souverän durch das Geschehen. Zunächst erklärte Amort den Wartenden, wie der Abend ablaufen werde. Zwischenrufen, mit denen eine offene Diskussion eingefordert wurde, hielten sowohl die Moderatorin als auch das Drehbuch stand.

Vor dem Saal „Ez“ in Oetz wurde der Forderung nach einer spürbaren Verkehrsentlastung des Ötztals durch ein Transparent Ausdruck verliehen.
Vor dem Saal „Ez“ in Oetz wurde der Forderung nach einer spürbaren Verkehrsentlastung des Ötztals durch ein Transparent Ausdruck verliehen.
- Parth

Nach Impulsreferaten von Verkehrsplaner Helmut Köll und Andreas Knapp warb Marion Amort erneut um das Vertrauen der Anwesenden, sich auf den folgenden Workshop einzulassen. Dies wurde schließlich mit Zähneknirschen hingenommen, weil die konstruktive Mitarbeit nicht das Ventil war, um den aufgestauten Frust zu entladen.

Letztlich überraschend beantworteten selbst Kritiker diszipliniert Fragen wie „Was können wir in der Gemeinde tun, um den Verkehr zu reduzieren?“. Die Ideen werden nun gesammelt und in einem nächsten Schritt bearbeitet.