Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.10.2019


Bezirk Schwaz

Suche nach Patentrezept gegen Raser in Mayrhofen

Davor bremsen, danach Gas geben: Das Tempomessgerät erntet in der Tuxer Straße Kritik

© BöhmDavor bremsen, danach Gas geben: Das Tempomessgerät erntet in der Tuxer Straße Kritik



In der Tuxer Straße in Mayrhofen ist der Zebrastreifen weg. Ein 30-km/h-Tempolimit samt Digital-Smiley, der den Autofahrern anzeigt, ob sie zu schnell unterwegs sind, ist indes hinzugekommen. Doch alles sorgt bei Anrainern für Kritik, wie unlängst bei der Gemeindeversammlung in Mayrhofen deutlich wurde.

Wenig frequentierte Zebrastreifen würden die Gefahr für Fußgänger erhöhen. Denn diese würden sich sicher fühlen und mitunter die Straße ungeachtet des Verkehrs queren, lautete die Erklärung des Verkehrsausschusses, warum wenig frequentierte Schutzwege im ganzen Land zurückgebaut würden.

Die Temporeduktion auf 30 km/h (übrigens im ganzen Mayrhofner Ortsgebiet) soll stattdessen ein Queren der langen geraden Tuxer Straße auch ohne Zebrastreifen gefahrloser möglich machen. „Aber das ist jetzt gefährlicher als vorher. Denn vor der Geschwindigkeitsmessanlage mit dem Smiley bremsen die Autofahrer ab und danach geben sie erst recht Gas", schilderte ein Anrainer.

Den Messungen nach kann den Autofahrern indes ein recht gutes Zeugnis ausgestellt werden. „Die meisten fahren 30 km/h und weniger, die zweitmeisten unter 40 km/h und nur ganz wenige über 50 km/h", weiß Verkehrsausschussobmann GV Markus Bair. Ein Anrainer empfahl, sich in den Nachtstunden bis 8 Uhr Früh selbst ein Bild zu machen. „Nachts rasen die Taxis durch, danach sind es die Paketzusteller", schilderte er. Auch ausländische Busse würden die Tempobeschränkungen immer wieder missachten.

Mit dem viel geforderten Radarkasten hat man sich im Verkehrsausschuss eingehend befasst. „Er würde 120.000 Euro kosten und wäre nicht mobil", erklärte GR Lassnig, die sich selbst mehrfach für Radarkästen im Gemeinderat starkgemacht hatte, inzwischen aber eines Besseren belehrt worden ist. Und das nicht nur wegen hoher Anschaffungskosten. Der geplante Einsatz mobiler Radarmessgeräte sei nämlich sehr kompliziert wegen rechtlicher Bestimmungen. (Angela Dähling)




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