Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.11.2019


Bezirk Schwaz

Winterfahrverbote im Bezirk Schwaz: Kritik an Sperre des Kasbachs

An verkehrsstarken Reisetagen im Winter wird die Kasbachstraße für den Ausweichverkehr gesperrt. Doch das Transitforum fordert mehr Maßnahmen.



Von Eva-Maria Fankhauser

Jenbach – Es ist ihnen zu wenig. Zu wenig, um die Bevölkerung vor Ort und die Regionalwirtschaft zu schützen. Das Transitforum Austria-Tirol fordert mehr Verkehrsmaßnahmen für die Wintersaison.

Die Landesregierung setzt auch im Winter in einigen Bezirken auf Fahrverbote, um dem Ausweichverkehr am niederrangigen Straßennetz Herr zu werden. Im Bezirk Schwaz sollen die Ortsgebiete von Jenbach und Wiesing sowie das Gemeindegebiet Eben am Achensee entlastet werden. Die Sperren gelten am Wochenende und an Feiertagen vom 21. Dezember bis 13. April 2020.

Für Fritz Gurgiser vom Transitforum ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn das Fahrverbot auf der Kasbachstraße L7 in Jenbach gelte nur in Fahrtrichtung Süden. Zudem verlangt er eine Radarüberwachung auf der L7. „Die wurde von der Bezirkshauptmannschaft auch schon längst zugesagt. Da ist aber noch nichts“, sagt Gurgiser. Ein weiterer neuralgischer Punkt ist für ihn die B181 vom Achenpass über Achenkirch. Wie die TT bereits berichtete, leiden dort die Anwohner unter stetigem Lkw-Verkehr, vor allem die Wintermonate mit zusätzlichen Mautflüchtlingen erschwert die Situation.

Gurgiser fordert eine Dosierampel in Absprache mit Bayern am Achenpass. Weiters müsse man die Lkw-Belastung in den Morgenstunden und den damit verbundenen Lärm genauso prüfen wie das geltende Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen.

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Kontrolliert werde laut BH-Stv. Wolfgang Löderle bereits verstärkt. Und auch der Radarkasten auf der Kasbachstraße werde noch heuer installiert. Aber die Sperre der L7 in eine Richtung sei völlig ausreichend. „Es ist unbestreitbar, dass der Verkehr zugenommen hat. Aber ich muss auch sagen, dass wir eine der Ersten waren, die sich des Problems am niederrangigen Straßennetz mit Sperren angenommen haben“, sagt er. Ein Dosiersystem müsse man laut Löderle differenziert sehen und hinterfragen, wie viel es bringe. Man sei aber mit den Bayern in Gesprächen für eine grenzüberschreitende Lösung. „Die haben nämlich am Tegernsee genau dasselbe Problem“, sagt Löderle.