Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.11.2019


Bezirk Schwaz

Verkehrschaos ausbremsen: Neue Anlaufstelle für Mobilität in Schwaz

Stau, Stau und noch mal Stau – auf vielen Straßen im Bezirk ist der Verkehr ein Problem. Eine bezirksweite Anlaufstelle soll nun das Thema ganzheitlich angehen.

Täglich stehen nicht mehr nur am Brettfalltunnel viele Autofahrer auf den Straßen im Bezirk im Stau. (Archivbild)

© ZOOM.TirolTäglich stehen nicht mehr nur am Brettfalltunnel viele Autofahrer auf den Straßen im Bezirk im Stau. (Archivbild)



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Der Verkehr im Bezirk Schwaz ist längst kein Problem mehr, das die Autofahrer und Anrainer der viel befahrenen Straßen nur an den Winter-­Samstagen betrifft. Es ist zu einem Dauerzustand geworden, der die Nerven aller strapaziert. Vor allem ist nicht mehr nur die Zillertalstraße betroffen, sondern auch die Achenseestraße oder etwa die Strecke von der Autobahn in die Stadt Schwaz.

Die Blockabfertigung am Brettfalltunnel, Sperre der Nebenstraßen bei Stau oder Radwegoffensive zählen zu den bisherigen Maßnahmen. Schritte, die den Stau zwar nicht verringerten, aber in geordnetere Bahnen lenken konnten. Zudem hängen die Projekte Umfahrung Fügen, Unterflur­trasse Mayrhofe­n und Umbau der Anschlussstelle Wiesing in der Warteschleif­e.

Damit künftig das Thema Verkehr nicht in einzelnen Maßnahmen zerfließt, sondern ganzheitlich für den Bezirk angegangen wird, gibt es nun die Stabstelle Mobilität in der BH Schwaz. Ewald Moser, bisher u. a. als Verkehrsplaner im Land zuständig, wird ab 1. Dezember zur Anlaufstelle für Mobilität im Bezirk. Eine Vorreiterrolle in Tirol.

Seit 2008 hat der Verkehr am Brettfalltunnel um 15 % zugenommen und ist von 16.697 Autos im jährlichen Durchschnitt des Tagesverkehrs auf 19.195 gestiegen. Das Tagesmaximum im vorigen Winter lag bei 27.165 Kfz – das war am 3. März 2018. Die meisten Autos an einem Tag wurden in Achenkirch am 10. Februar 2018 gezählt: 16.407. Kurios ist, dass vor zehn Jahren der tägliche Maximalwert an beiden Stellen etwas höher lag. Als einer der heftigsten Tage ist vielen noch der 29.12.2018 im Gedächtnis. Stundenlang ging vom Achensee über Wiesing bis ins Zillertal gar nichts mehr. An diesem Tag passierten 13.790 Autos Achenkirch und 20.512 den Brettfall­tunnel.

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Als Basis für künftige Maßnahmen wird nun eine Verkehrsstromanalyse Tourismus durchgeführt. Für Moser sind aber auch neue Trends und Technologien Zukunftsmusik, die man sich anhören sollte.

Für die Stadt Schwaz arbeiten Studenten im Rahmen der Studie 2040 auch Verkehrs­lösungen aus. Dazu zählt – wie berichtet – z. B. die Vision einer Überbauung der Bundesstraße im Bereich der Stadtgalerien. Bei der Analyse der letzten Monate zeigte sich, dass der Verkehr in der Altstadt zu hoch ist, die Fußgängerzone erweitert gehöre, der öffentliche Verkehr ausbaufähig sei, man mittels heterogener Stadt­häuser, die Wohnen, Arbeiten und Nahversorger verbinden, auch kürzere Wege schaffen könne. Auch am Bahnhof könne man viele Bedürfnisse zusammenführen und einen Knotenpunkt für Mobilität, Sport und Freizeit schaffen.




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