Letztes Update am Mo, 18.08.2014 11:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verkehr

Seefeld will zur WM 2019 Bahnhof unsichtbar machen

Mit der Vergabe der Nordischen WM erwachte eine alte Vision der Seefelder wieder zum Leben: Bahnhof und Gleise sollen unter die Erde.



Von Denise Daum

Seefeld – Sanierung der WM-Halle, Ausbau der Beschneiungsanlagen, Verbreiterung der Loipen – zahlreiche Projekte stehen zur Vorbereitung auf die Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld an. Aber in ein Vorhaben steckt die Gemeinde ihr gesamtes „Herzblut“, wie Bürgermeister Werner Frießer sagt. Der Bahnhof sowie die Gleise rund 500 Meter südlich und nördlich davon sollen unter die Erde verlegt werden.

„Diese Vision ist ja nicht neu. Schon bei den Olympischen Winterspielen 1976 ist darüber gesprochen worden. Eigentlich bei jedem Großereignis. Weil nur dann ist so ein Riesenprojekt auch finanzierbar“, erklärt Frießer. Und nun, im Zuge der WM-Vorbereitung wollen die Seefelder die Gelegenheit beim Schopf packen. Die Bahn sei ein „lässiges Verkehrsmittel, das immer mehr an Bedeutung gewinnt“, ist Frießer überzeugt. Vor allem während der WM werde die Bahn zum wichtigsten Transportmittel überhaupt.

Abgesehen davon, dass die Lärmbelästigung und die Bahnübergänge im Ort damit Geschichte wären, würde auch eine rund ein Hektar große Fläche im Zentrum von Seefeld frei. „Hier tun sich dann auch städtebaulich ganz neue Möglichkeiten auf, wie die Erweiterung der Fußgängerzone und des Ortskerns“, spinnt Frießer den Faden weiter.

Der Seefelder Bürgermeister reist Ende des Monats nach Wien, um sein Anliegen in der Chefetage der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zu deponieren. Schützenhilfe bekommt er von Tourismusverbandsobmann Alois­ Seyrling, der ihn begleiten wird. Seyrling sieht in dem „Jahrhundertprojekt ein touristisch attraktives Angebot“.

Jedenfalls drängt die Zeit. „Die Grundentscheidung muss noch heuer fallen“, betont Frießer. Schließlich würden allein die Planungs- und Genehmigungsverfahren rund ein Jahr dauern, die Bauphase mindestens zwei. Die Kosten, räumt Frießer ein, seien nicht abschätzbar. Mögliche Finanzgeber könnten Land, Bund, Gemeinde, ÖBB, private Investoren sein.

Visionen zu haben, sei immer gut, sagt Rene Zumtobel von den ÖBB dazu. Nur: „Wer bezahlt das? Das Problem bei einer Verlegung der Bahn unter die Erde ist, dass das eine riesige Summe an Geld kostet.“ Über Verbesserungen wie Barrierefreiheit und Steigerung der Kundenfreundlichkeit zeige sich die ÖBB natürlich immer gesprächsbereit, sagt Zumtobel.




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